Das Geheimnis einer sicheren Gesprächsführung


04.09.2017
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Gespräche mit Eltern sind für Sie als Kita-Mitarbeiter nicht immer leicht. Sie müssen sich sensibel auf Ihr Gegenüber einstellen. Da Sie vorher nie genau wissen, was in einem Gespräch auf Sie zukommt, werden Sie häufig mit Ihrer eigenen Unsicherheit konfrontiert. Lesen Sie hier, wie Sie sich selbst wirksam für Gespräche vorbereiten können.

Praxisbeispiel

Erzieherin Sabrina Schulz hat sich auf ein Elterngespräch zum Abschluss der Kita-Zeit vorbereitet. Sie hat die Eltern bislang als zufrieden und kooperativ kennengelernt. Doch im Gespräch greift der Vater die Erzieherin an. Für Sabrina Schulz kommt das völlig überraschend. Der Vater vergleicht sie mit den Erziehern in der Nachbargruppe und wirft ihr vor, sie ginge mit den Kindern nicht häufig genug auf den Spielplatz. Die andere Gruppe würde täglich dorthin gehen und auch wesentlich häufiger spazieren gehen. Die Erzieherin wird unsicher, damit hat sie nicht gerechnet. Sie kann nicht reagieren, denn sie ist auf den weiteren Gesprächsverlauf nicht vorbereitet.

So gehen Sie vor

Wenn Sie vor Elterngesprächen sehr nervös oder unsicher sind, sollten Sie jetzt reagieren. Lesen Sie sich die hier beschriebenen Situationen aufmerksam durch und bereiten Sie sich damit auf künftige Gespräche gut vor.

Situation 1: Die Eltern äußern Kritik
Überlegen Sie anhand des oben genannten Praxisbeispiels Folgendes:

  • Warum ist die Erzieherin unsicher geworden?
  • Wie kann sie mit der Situation umgehen?
  • Soll sie Zugeständnisse machen?
  • Wie würden Sie in Ihrer Kita professionell reagieren?

So reagieren Sie professionell

Keinesfalls sollten Sie aus Unsicherheit heraus Zugeständnisse machen. Auch ein Gegenangriff ist keine Lösung, denn das verhärtet die Fronten.

Die Erzieherin aus dem Beispiel sollte sich in Ruhe die Anliegen des Vaters anhören. Danach entgegnet sie ihm, dass sie seine Kritik gern an die Leitung weitergibt. Doch heute möchte sie wie geplant mit dem Abschlussgespräch fortfahren. Wenn sich die Leitung mit der Erzieherin ausgetauscht hat, vereinbart sie mit den Eltern einen Extratermin für ein Kritikgespräch.

 

Situation 2: Die Eltern vergleichen Sie mit anderen Erziehern
Die Eltern treffen sich zum

Entwicklungsgespräch mit der Erzieherin ihres Sohnes Robert. Während des Gesprächs äußert die Mutter mehrfach, wie gut die Kita in München war, die Robert vor dem Umzug nach Kiel besucht hat. Sie spricht immer wieder von Roberts Münchner Erzieherin und schildert in bunten Farben, wie qualifiziert diese war und wie einfühlsam sie auf Robert eingegangen ist.

So reagieren Sie professionell

Die Erzieherin sollte sich von den wertenden Äußerungen der Mutter nicht verunsichern lassen. Es ist jedoch wichtig für sie, die Situation anzusprechen und darauf zu reagieren. Sie kann beispielsweise folgendermaßen reagieren:

„Ich möchte Sie bitten, bei der Entwicklung Ihres Kindes zu bleiben. Wenn wir die Situation immer wieder mit der anderen Kita und insbesondere mit der dortigen Erzieherin vergleichen, bringt uns das zu weit von unserem Thema ab. Außerdem wird die Zeit nicht ausreichen, wenn wir ständig über die Kita in München sprechen. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir uns in den kommenden 30 Minuten ausschließlich auf Ihr Kind Robert konzentrieren.“

Situation 3: Die Eltern verleugnen Schwierigkeiten
Die Erzieherin spricht mit den Eltern über die Entwicklungsverzögerung ihres Kindes. Sie möchte ihnen verdeutlichen, dass es besser sei, das Kind im kommenden Jahr noch nicht einschulen zu lassen. Die Eltern erklären der Erzieherin, dass ihr Kind nur schüchtern sei. Sie sagen, dass es zu Hause keine Probleme bei den geschilderten Tätigkeiten habe. Das Kind würde sich in der Kita lediglich nicht trauen, die Aufgaben anzugehen.

So reagieren Sie professionell

Die Erzieherin sollte ihre Beobachtung mit Beispielen untermauern. Das hilft den Eltern, den Rat der Erzieherin nachzuvollziehen. Sie kann z. B. sagen: „Ich bin nicht Ihrer Meinung, dass der Entwicklungsrückstand nur mit Schüchternheit zu begründen ist. Ich habe den täglichen Vergleich mit den anderen Vorschulkindern. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein weiteres Jahr im Kindergarten für Ihr Kind ein gewonnenes Jahr ist.“

Fazit

Bereiten Sie sich auf jedes Gespräch gut vor. Spielen Sie die 3 Situationen auf dieser Seite durch und überlegen Sie dabei, wie Sie im Fall der Erzieherin reagiert hätten.

 

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