4 kinder-leichte Übungen für eine bessere Konzentration


10.07.2017
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Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten fallen in jeder Kita schnell auf: Sie sind sprunghaft, ihre Augen schweifen unruhig umher und den Blickkontakt zu halten, fällt ihnen schwer. Lesen Sie hier, wie Sie Kindern mit Konzentrationsdefiziten helfen, sich besser zu sammeln. Diese 4 Übungen sind (kinder)leicht, aber wirkungsvoll.

Praxisbeispiel

Nepomuk ist 5 Jahre alt. Er besucht die Kita Sonnenschein schon seit einem ganzen. Jahr. Der Junge ist noch sehr sprunghaft. Er bleibt immer nur wenige Minuten bei einem selbst gewählten Spiel. Danach lässt er es unbeachtet liegen und findet die Bausteine in der Bauecke viel interessanter. Erzieher Helmut Stark überlegt, wie er die Konzentrationsfähigkeit von Nepomuk stärken könnte.

So gehen Sie vor

Überlegen Sie, mit welchen einfachen Mitteln Sie die Konzentrationsfähigkeit des Kindes schulen können. Jeder Erzieher sollte über ein Repertoire solcher Übungen verfügen, das er zur Konzentrationsförderung einsetzen kann.

Führen Sie die folgenden Übungen mit Kindern in einer Kleingruppe von ca. 4 Kindern durch. Auch Kinder ohne Konzentrationsdefizite können bei diesen Übungen mitmachen. Das stärkt das Gruppenbewusstsein und intensiviert die Vorbildfunktion der Kinder ohne Defizit. Die folgenden Übungen sind für Kinder ab 5 Jahren geeignet.

Konzentrationsübung 1: Wörterschlangen bilden

Die Kinder sitzen mit dem Erzieher am Boden und bilden einen Kreis. Ein Freiwilliger beginnt, indem er ein Wort spricht. Das Kind rechts neben ihm greift den letzten Buchstaben des Wortes auf und sagt ein Wort, das mit diesem Buchstaben beginnt. Der rechte Sitznachbar greift wiederum den letzten Buchstaben dieses Wortes auf und spricht ein weiteres Wort, das mit diesem Buchstaben beginnt.

Beispiel: Regen – Nudel – Lampe – Esel – Libelle – Emu – Ukulele . …

Variante:

Wenn Sie im Vorfeld des Spiels Wörterschlange nicht wissen, ob alle Kinder bereits über das phonologische Bewusstsein verfügen, die Endlaute herauszufinden, können Sie auch als Coach bei diesem Spiel mitwirken. Erklären Sie den Kindern Ihre Rolle und sagen Sie, dass Sie den Kindern bei Bedarf helfend zur Seite stehen können.

Konzentrationsübung 2: Sprechen ohne Ton

Die Kinder sitzen mit dem Erzieher im Kreis. Die Kinder rufen sich abwechselnd gegenseitig. Das Besondere am Rufen ist es, dass dieses Rufen ohne Ton erfolgt. Die Kinder artikulieren mit den Lippen und der Zunge sehr deutlich den Namen des Kindes, das sie rufen wollen. Wichtig ist dabei, dass kein Kind auch nur einen Ton spricht, und dass das Kind, welches gerufen wird, nicht angeschaut wird.

Konzentrationsübung 3: Fehler erkennen

Die Kinder hören gut zu, während der Erzieher ihnen eine Geschichte erzählt. Dieser gibt den Kindern vor dem Beginn der Geschichte die Instruktion, genau darauf zu achten, ob ihnen in der Geschichte alles logisch und nachvollziehbar erscheint. Die zuhörenden Kinder haben die Aufgabe, aufmerksam zu sein und möglichst viele Fehler aufzudecken. Wenn ein Kind einen Fehler bemerkt, darf es laut „Stopp!“ rufen. Für jeden Fehler, den ein Kind entdeckt hat, erhält es einen Punkt, der ihm auf den Handrücken gemalt wird. Kinder mit mehreren Punkten konnten sich bei diesem Spiel sehr gut konzentrieren.

Konzentrationsübung 4: Stille erleben

Für Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen erscheint es zunächst schwer, Ruhe oder Stille bewusst zu erleben und sich dem nicht durch andere Tätigkeiten zu entziehen. Ziel dieser Übung ist es: Die Kinder müssen für eine vorher festgelegte Zeit still sein. Sprechen, aufstehen oder die Zeichensprache mit anderen Kindern ist nicht erlaubt.

Tipp: Wählen Sie zunächst eine sehr kurze Zeitspanne von ungefähr 10 Sekunden, damit die Kinder bei dieser Stilleübung direkt ein Erfolgserlebnis haben. Weiten Sie dann schrittweise die Zeit aus. Dadurch steigern sich die Kinder in ihrer Konzentration. Steigern Sie die Zeit jeweils um 10 Sekunden. Gestatten Sie Kindern, die dies wünschen, während der Stilleübung die Augen zu schließen.

Fazit

Konzentration und Ausdauer sind Fähigkeiten, die besonders in der Schule immer wichtiger werden. Beginnen Sie deshalb bereits in der Kita damit, die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu stärken und sie schrittweise zu erhöhen.

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