Projektarbeit mit Schulkindern: Umsetzung und Tipps für ErzieherInnen
Schulkinder in Ihrer Kita oder in Ihrem Kinderhort lassen sich besonders gut für Projekte begeistern. Lesen Sie hier, wie die Projektarbeit mit Schulkindern garantiert gelingt und wie sie sie langfristig für verschiedene Projekte motivieren.
Warum ist Projektarbeit mit Schulkindern wichtig?
Projektarbeit mit Schulkindern ist wichtig, weil sie den Kindern ermöglicht, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in einem praktischen Kontext anzuwenden und zu vertiefen. Es fördert die Entwicklung von Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Teamfähigkeit und unterstützt die Kinder dabei, ihre sozialen Kompetenzen zu verbessern. Darüber hinaus ermöglicht die Projektarbeit den Kindern, ihre Kreativität und Fantasie auszudrücken und Lösungen für reale Probleme zu finden.
Projektarbeit gibt den Kindern auch die Möglichkeit, ihre Interessen und Neigungen zu entdecken und zu fördern. Durch die Auswahl und Gestaltung des Projekts können sie ihre individuellen Fähigkeiten und Talente einbringen und entwickeln. Dies führt dazu, dass die Kinder sich stärker mit dem Lernprozess identifizieren und motivierter sind, sich aktiv zu beteiligen.
Insgesamt bietet die Projektarbeit den Kindern eine praxisnahe Lernumgebung, in der sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse erweitern und ihre persönlichen Stärken entdecken können. Es ist daher eine wichtige Methode, um den Lernprozess zu fördern und den Kindern eine breite Palette von Kompetenzen zu vermitteln, die für ihre zukünftige Entwicklung von entscheidender Bedeutung sind.
Lernen auf hohem Niveau – Motivation der Schulkinder
In der Regel ist es nicht nötig, die Kinder für die Projektarbeit zu motivieren. Anders als einzelne Angebote lockt ein Projekt die interessierten Schulkinder oft von selbst. Ganz im Gegensatz zum schulischen Lernen bestimmen die Schulkinder beim Projekt selbst über dessen Verlauf. Das bedeutet, dass die Kinder immer wieder Gelegenheit erhalten, über den weiteren Verlauf und die Schwerpunkte des Projekts abzustimmen. Dadurch nimmt ein Projekt oft eine unerwartete Wendung, die jedoch garantiert, dass die Neugierde und die Motivation bei den Schulkindern immer erhalten bleiben, weil die Kinder den Inhalt selbst bestimmen.
Die Rolle des Erziehenden
Der Erziehende gibt Anregungen und er moderiert das Projekt. Er steht den Kindern immer unterstützend zur Verfügung, wenn es um neue Inputs und den Wissenserwerb zum Projekt geht. Das Projekt der Schulkinder sollte von mindestens 2 ErzieherInnen mit begleitet werden. Viele Projekte müssen aufwendig vor- und nachbereitet werden. Mit der Vorbereitung des Projekts wäre ein Erziehender zeitlich betrachtet überfordert.
3 Anforderungen, die eine Projektarbeit definieren
Nicht jedes Angebot, das in Ihrer Kita durchgeführt wird, kann als Projekt bezeichnet werden. Unterschiedliche Anforderungen richten sich an Projektarbeit. Erst wenn 3 Anforderungen erfüllt sind, können Sie von Projektarbeit sprechen.
1. Orientierung an der Lebenswelt des Kindes
Die Kinder sollten bei der Projektarbeit immer im Mittelpunkt stehen. Deren Erfahrungshintergrund, Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Potenziale spielen die zentrale Rolle bei jedem Projekt. Die Kinder müssen jederzeit Einfluss auf die Inhalte des Projekts und auf seinen Verlauf nehmen können.
2. Kindgerechte Weiterentwicklung
Die Weiterentwicklung des Projekts sollten die Kinder mit Unterstützung des Erziehernden selbst organisieren. Dies bezeichnet man als selbst organisiertes Lernen im Projekt.
Kinder brauchen im Rahmen der Projektarbeit möglichst viel Zeit und Raum, damit Gespräche über das Projekt stattfinden können. Am besten gelingt dies in Kleingruppen, in denen die Kinder die Möglichkeit haben, das Projekt selbstbestimmt und kooperativ zu gestalten und ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern.
3. Nachhaltigkeit des Projekts
Das Projekt soll nachhaltig sein. Das bedeutet, dass die Kinder, die am Projekt teilgenommen haben, auch nach Abschluss des Projekts auf das erworbene Wissen zurückgreifen und dieses anwenden können.
Zeigen Sie den Kindern bei jedem Projekt, wie sie selbst Wissen erschließen können. Folgende Fragen helfen den Kindern langfristig weiter:
- Wo könnten wir nachschauen?
- Wen befragen wir?
- Welche Materialien brauchen wir?
- Wo bekommen wir diese her?
Geben Sie dem Projekt einen interessanten Namen und laden Sie die Kinder auf ungewöhnliche Weise ein. Die Übersicht zeigt Ihnen einen möglichen Projektauftakt für verschiedene Projekte.
Praktische Projektideen für Schulkinder
1. Projekt zum Thema „Wasser“
Möglicher Auftakt: Spielenachmittag zum Thema „Wasser“, z. B. Limonade selbst herstellen, Wasser mit Kohlensäure versetzen, Wasserstaffel, Wasser schöpfen …
- Dauer des Auftakts: 2 Stunden nach der Hausaufgabenbetreuung oder am hausaufgabenfreien Freitag
2. Projekt „Erneuerbare Energien“
Möglicher Auftakt: Ausstellung in der Kita mit Gegenständen aus der Welt der Kinder, die mit Solarenergie ausgestattet sind, z. B. Taschenrechner, Solaruhr, Spielzeugautos und Fahrzeuge, Solartaschenlampe …
- Dauer des Auftakts: Zusammentragen der solargestützten Gegenstände ca. eine Woche.
- Durchführung des Auftakts: ein Nachmittag, zu dem auch die Eltern und interessierte Besucher eingeladen werden können.
3. Projekt „Weltall“
Möglicher Auftakt: Besuch eines Planetariums
Dauer des Auftakts: 1 Tag während der Schulferien
4. Projekt „Mode“
Möglicher Auftakt: Kleidung aus Zeitungspapier herstellen mit an- schließender Modenschau oder Müllmodenschau initiieren, bei der alle Kinder Kleidungsstücke recyceln, die ansonsten weggeworfen werden würden.
- Dauer des Auftakts: Vorbereitungszeit für die Modenschau: mindestens 14 Tage.
- Durchführung der Modenschau: 1 Stunde nach der Hausaufgabenzeit
5. Projekt „Gesunde Ernährung“
Möglicher Auftakt: Obst- und Gemüsememory: Kinder probieren mit verbundenen Augen Obst und Gemüsesticks mit dem Ziel, den identischen Geschmack zu finden. Smoothies herstellen und herausschmecken, welches Obst oder welches Gemüse enthalten ist.
- Dauer des Auftakts: Vorbereitung 1 Stunde
- Durchführung: 1–2 Stunden
6. Projekt „Tiere“
Möglicher Auftakt: Projektauftakt als Haustiertag, das bedeutet, dass Kinder nach Absprache mit den Eltern und den ErzieherInnen zu einer vorab festgelegten Zeit ihr eigenes Haustier mit in die Kita bringen dürfen, z. B. Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Katze, Hund.
- Dauer des Auftakts: Vorbereitung mit intensiver Elterninformation und Koordinierung der Besuchszeiten der Tiere.
- Durchführung: 1 Tag während der Ferien
7. Projekt „Farben“
Möglicher Auftakt: „Farbenzauber im Raum“: Die Kinder betreten den Raum und entdecken eine bunte Überraschung: Auf dem Boden liegen verschiedenfarbige Tücher, die zu einer Entdeckungsreise einladen. Jedes Kind darf ein Tuch auswählen und dabei die Farben benennen. Im Anschluss gibt es eine kleine Malaktion, bei der die Kinder mit verschiedenen Farben experimentieren und sich gegenseitig die entstandenen Kunstwerke zeigen.
- Dauer des Auftakts: Vorbereitung: 30 Minuten
- Durchführung: 1–2 Stunden
8. Projekt „Herbst und Winter erleben“
Möglicher Auftakt: „Herbstspaziergang“: Die Kinder gehen gemeinsam nach draußen und sammeln bunte Blätter, Tannenzapfen und Kastanien. Anschließend wird mit den gesammelten Materialien ein Herbstbild im Gruppenraum gestaltet. Die Kinder erzählen von ihren Eindrücken des Spaziergangs und was sie in der Natur entdeckt haben.
- Dauer des Auftakts: Vorbereitung: 30 Minuten
- Durchführung: 1–1,5 Stunden
Checkliste: Ist mein Projekt für Schulkinder im Hort geeignet?
Schulkinder merken sofort, wenn ein Projekt nur eine „getarnte Bastelstunde“ ist. Damit Ihr Angebot pädagogisch wertvoll ist und die Kinder wirklich fesselt, nutzen Sie diesen 3-Punkte-Check für Ihre Planung:
- Partizipation: Haben die Kinder das Thema selbst gewählt oder zumindest maßgeblich mitbestimmt? Schulkinder identifizieren sich nur dann mit einem Projekt, wenn sie sich als „Experten“ ihrer eigenen Lebenswelt fühlen dürfen.
- Lebensweltbezug: Hat das Thema einen Bezug zum Alltag der Kinder? Ob es die Verschmutzung des lokalen Spielplatzes ist oder das Verstehen von YouTube-Algorithmen – das Thema muss außerhalb der Kita-Mauern existieren.
- Ergebnisoffenheit: Steht das Endergebnis schon fest (z. B. „Wir basteln alle die gleiche Rakete“)? Dann ist es kein Projekt. Ein echtes Projekt lässt Raum für Umwege, Fehler und völlig neue Richtungen, die die Kinder währenddessen einschlagen.
Methodische Verankerung: Projektarbeit nach dem Situationsansatz
Die Projektarbeit mit Schulkindern in der Kita bzw. im Hort ist kein isoliertes Freizeitangebot. Sie ist fest im Situationsansatz verwurzelt. Ziel ist es, die Autonomie, Solidarität und Kompetenz der Kinder zu stärken.
Indem wir Projekte initiieren, die auf realen Situationen basieren, erfüllen wir den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Länder. Dabei agiert die pädagogische Fachkraft nicht als „Lehrer“, sondern als Lernbegleiter. Dieser Rollenwechsel ist entscheidend, um die intrinsische Motivation von Grundschülern zu erhalten, die oft schon unter schulischem Leistungsdruck stehen.
Wenn das Projekt stockt: 3 typische Hürden und wie Sie darauf reagieren
Hürde: Die Luft ist raus (Motivationsloch)
- Die Situation: Nach der ersten Euphorie sinkt die Beteiligung, Schulkinder wollen lieber „nur chillen“.
- Unsere Lösung: Schaffen Sie Öffentlichkeit! Laden Sie die Kita-Leitung oder Eltern zu einer kleinen Zwischenpräsentation ein. Wenn Schulkinder wissen, dass ihr Fortschritt gesehen wird, steigt der Stolz und damit die Ausdauer.
Hürde: Zu große Leistungsunterschiede
- Die Situation: Die 4.-Klässler unterfordern die 1.-Klässler oder fühlen sich selbst durch die „Kleinen“ gebremst.
- Unsere Lösung: Bilden Sie innerhalb des Projekts „Expertenteams“. Die Älteren können Verantwortung für die Dokumentation (Fotos/Video) übernehmen, während die Jüngeren praktische Aufgaben lösen.
Hürde: Zeitmangel durch Hausaufgaben
- Die Situation: Die Hausaufgabenzeit frisst den Nachmittag auf, es bleibt keine Zeit für Projekte.
- Unsere Lösung: Integrieren Sie das Projekt in den Alltag. Ein „Natur-Projekt“ kann auch auf dem kurzen Weg zur Turnhalle oder beim gemeinsamen Snack besprochen werden. Es muss nicht immer die 90-Minuten-Einheit sein.
Bewertung und Reflexion der Projektarbeit
Die Bewertung und Reflexion von Projekten ist ein wichtiger Schritt im Lernprozess von Schulkindern. Es ermöglicht den Kindern, ihr eigenes Lernverhalten und ihre Lernfortschritte zu reflektieren und sich bewusst zu machen, was sie gelernt haben. Die Bewertung kann auf verschiedene Weise erfolgen, z.B. durch Beobachtung, Selbstbeurteilung oder Peer-Feedback. Wichtig ist, dass die Bewertung transparent und nachvollziehbar erfolgt, damit die Kinder verstehen, wie ihre Leistung beurteilt wird und welche Kriterien dabei zugrunde liegen.
Die Reflexion hilft den Kindern dabei, ihr eigenes Lernverhalten zu analysieren und zu verbessern. Hier können sie über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten im Projekt sprechen und sich darüber austauschen, was sie daraus gelernt haben. Dies fördert nicht nur die Selbstreflexion und Selbstbewusstsein der Kinder, sondern unterstützt auch den Transfer von neu erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen in andere Kontexte.
Die Bewertung und Reflexion von Projekten bietet somit eine Möglichkeit, den Lernprozess der Kinder zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiv am Lernprozess zu partizipieren. Dabei ist es wichtig, den Kindern eine strukturierte Anleitung zu geben, um sie bei der Reflexion und Bewertung zu unterstützen und sicherzustellen, dass die Ergebnisse für alle Beteiligten nachvollziehbar sind.
Was sind Bewertungskriterien für die Projektarbeit mit Schulkindern?
Die Kriterien für die Bewertung und Reflexion von Projektarbeiten mit Kindern können je nach Projekt und Zielsetzung variieren. Hier sind jedoch einige wichtige Kriterien, die bei der Bewertung und Reflexion von Projektarbeiten mit Kindern berücksichtigt werden sollten:
Die 10 Säulen der Projektbewertung im Hort
| Kriterium | Worauf Sie in der Beobachtung achten sollten |
| 1. Kreativität & Originalität | Bringt das Kind unkonventionelle, erfrischende Ideen ein? Wie einfallsreich ist die Umsetzung abseits von Standardlösungen? |
| 2. Zusammenarbeit & Kommunikation | Wie agiert das Kind im Team? Werden Absprachen getroffen und Meinungen anderer respektiert? |
| 3. Qualität & Vollständigkeit | Ist das Endprodukt (z.B. Modell, Aufführung, Plakat) fertiggestellt? Spiegelt es die Sorgfalt des Kindes wider? |
| 4. Eigeninitiative & Selbstständigkeit | Arbeitet das Kind aktiv mit oder wartet es auf Anweisungen? Werden eigene Teilschritte eigenständig geplant? |
| 5. Engagement & Einsatz | Zeigt das Kind Durchhaltevermögen? Bringt es seine bestmögliche Leistung für das gemeinsame Ziel ein? |
| 6. Reflexionsfähigkeit | Kann das Kind die eigene Arbeit kritisch hinterfragen? Erkennt es selbst, was gut lief und was nicht? |
| 7. Verantwortung & Zuverlässigkeit | Werden übernommene Aufgaben termingerecht erledigt? Wird sorgsam mit Materialien umgegangen? |
| 8. Zeit- & Ressourcenmanagement | Plant das Kind seine Zeit effektiv ein? Geht es sparsam und sinnvoll mit den zur Verfügung stehenden Mitteln um? |
| 9. Feedback-Kultur | Wie reagiert das Kind auf Verbesserungsvorschläge? Werden Impulse konstruktiv in die weitere Arbeit integriert? |
| 10. Wissenszuwachs | Welche neuen Kenntnisse wurden erworben? Kann das Kind das Gelernte kreativ auf das Projekt übertragen? |
Es ist wichtig, dass die Kriterien im Vorfeld klar kommuniziert und transparent gemacht werden, damit die Kinder verstehen, wie ihre Leistung beurteilt wird und welche Aspekte dabei eine Rolle spielen. Zudem sollten die Kriterien im Hinblick auf die Zielsetzung des Projekts und die Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden.
Reflexion als pädagogisches Werkzeug
Die Bewertung sollte niemals einseitig von oben herab geschehen. Nutzen Sie die oben genannten Punkte für ein gemeinsames Reflexionsgespräch.
Fragen für den Dialog mit dem Kind:
- „Wenn wir das Projekt nochmal starten würden: Was würdest du beim Zeitmanagement anders machen?“
- „An welcher Stelle im Projekt warst du besonders stolz auf deine Originalität?“
- „Wo fandest du die Zusammenarbeit im Team schwierig und wie hast du das gelöst?“
Checkliste Reflexion (Hort & Grundschule): Ist mein Projekt gelungen?
Perspektive der Kinder (Partizipation & Freude)
- [ ] Konnten die Kinder den Verlauf des Projekts aktiv beeinflussen (Echtes Mitbestimmungsrecht)?
- [ ] War das Thema für die Lebenswelt der Kinder relevant (Hohe Motivation)?
- [ ] Gab es Raum für eigene Fehler und Lösungswege (Lerneffekt durch Ausprobieren)?
- [ ] Haben die Kinder neue Kompetenzen erworben (Sozial, Sach- oder Ich-Kompetenz)?
2. Rolle der pädagogischen Fachkraft (Lernbegleitung)
- [ ] Habe ich mich als Impulsgeber verstanden oder zu viel vorgegeben?
- [ ] Konnte ich die Kinder bei Motivationslöchern auffangen, ohne das Projekt „an mich zu reißen“?
- [ ] War die Vorbereitung (Material, Raum, Zeit) ausreichend, um ein flüssiges Arbeiten zu ermöglichen?
3. Rahmenbedingungen & Organisation
- [ ] War das Zeitfenster für Schulkinder angemessen (Konflikt mit Hausaufgaben/AGs)?
- [ ] Wurden die Ergebnisse für andere (Eltern, Kita-Leitung, andere Gruppen) sichtbar gemacht?
- [ ] War das Budget und das bereitgestellte Material für die Ideen der Kinder ausreichend?
4. Transfer & Ausblick
- [ ] Sind aus dem Projekt neue Fragen oder Themen entstanden (Anschluss-Projekte)?
- [ ] Wie wurde die Dokumentation (Portfolio, Wandzeitung, digital) von den Kindern angenommen?
Checkliste: Wie bewerte ich die Projektarbeit von Schulkindern im Hort?
1. Sozialkompetenz (Miteinander)
- [ ] Teamfähigkeit: Hat das Kind aktiv mit anderen kooperiert oder Aufgaben innerhalb der Gruppe übernommen?
- [ ] Konfliktlösung: Wie ist das Kind mit Meinungsverschiedenheiten bei der Planung umgegangen?
- [ ] Hilfsbereitschaft: Hat es jüngeren oder unerfahreneren Kindern (z. B. Erstklässlern) geholfen?
2. Selbstkompetenz (Ich-Stärke)
- [ ] Ausdauer/Frustrationstoleranz: Ist das Kind drangeblieben, auch wenn ein Experiment oder ein Bauvorhaben nicht sofort geklappt hat?
- [ ] Selbstständigkeit: Hat das Kind eigene Ideen eingebracht und eigenverantwortlich Material besorgt oder Schritte geplant?
- [ ] Reflexionsvermögen: Kann das Kind am Ende sagen: „Das habe ich gut gemacht“ oder „Hier brauche ich nächstes Mal Hilfe“?
3. Sach- und Methodenkompetenz (Wissen & Können)
- [ ] Problemlösung: Hat das Kind logische Wege gefunden, um eine Hürde im Projekt zu überwinden?
- [ ] Werkzeug-/Medienbeherrschung: Hat es gelernt, sicher mit Werkzeugen (Säge, Heißkleber) oder digitalen Medien (Kamera, Recherche) umzugehen?
- [ ] Transfer: Konnte das Kind Wissen aus der Schule (z. B. Rechnen oder Lesen) praktisch im Projekt anwenden?
Fazit: Projektarbeit als Brücke zwischen Kita-Alltag und Lebenswelt
Projektarbeit ist ein machtvolles pädagogisches Werkzeug, um die Selbstständigkeit, Partizipation und soziale Kompetenz von Grundschülern gezielt zu fördern. Indem wir den Kindern Raum für Originalität, Eigeninitiative und echtes Verantwortungsbewusstsein geben, schaffen wir ein Lernumfeld, das sie in ihrer gesamten Persönlichkeitsentwicklung stärkt.
Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es entscheidend, dass wir als pädagogische Fachkräfte:
- Transparente Kriterien schaffen, damit Kinder ihren eigenen Erfolg greifen können.
- Die Rolle des Lernbegleiters einnehmen, der Impulse gibt, statt alles vorzugeben.
- Die Reflexion als festen Bestandteil verankern, um den Wissenszuwachs und die Teamleistung sichtbar zu machen.
Wenn Projekte die Lebenswelt der Kinder widerspiegeln, wird die Kita zu einem Ort, an dem Bildung nicht „stattfindet“, sondern von den Kindern aktiv gestaltet wird. Das stärkt nicht nur die Qualität Ihrer Einrichtung, sondern bereitet die Kinder optimal auf die Herausforderungen ihrer weiteren Schullaufbahn vor.