Worauf Sie bei Ihren Hausbesuchen unbedingt achten sollten


29.01.2018

Gerade bei der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren kann es sinnvoll sein, wenn Sie sich selbst ein Bild vom häuslichen Umfeld des Kindes machen. Denn ein solcher Einblick kann aufschlussreich sein und Ihnen helfen, in der Kita besser auf das Kind einzugehen. Wichtig ist aber, dass Sie hierbei sensibel vorgehen und die Eltern mit solchen Besuchen nicht überfallen.

 

 

Hausbesuche setzen die Zustimmung der Eltern voraus

Eine gesetzliche Grundlage, die Sie berechtigt, den Familien Ihrer U3-Kinder Hausbesuche abzustatten, gibt es nicht. Sie dürfen solche Besuche daher nur durchführen, wenn die Eltern hiermit einverstanden sind.

Verankern Sie Hausbesuche in Ihrer Konzeption

Wollen Sie Hausbesuche regelmäßig durchführen, z. B. im Rahmen der Eingewöhnung von U3-Kindern, sollten Sie dies in die Konzeption Ihrer Kita aufnehmen.

Ihre Leitung sollte Eltern, die sich für einen Betreuungsplatz in Ihrer Kita interessieren, bereits im Aufnahmegespräch hierauf hinweisen. So können sich die Eltern überlegen, ob sie sich hierauf einlassen oder lieber Abstand nehmen.

Informieren Sie die Eltern

Wollen Sie dann konkret einen Hausbesuch durchführen, sollten Sie die Eltern ansprechen. Erklären Sie ihnen in diesem Zusammenhang,

  • warum ein Hausbesuch wichtig ist.
  • wie ein solcher Hausbesuch aussieht.
  • welche Informationen Sie sich von einem solchen Hausbesuch versprechen.

Empfehlung

Lehnen die Eltern einen Hausbesuch ab, sollten Sie dies akzeptieren. Das Kind und seine Eltern dürfen durch die Ablehnung keine Nachteile haben. Schließen Sie aus einem „Nein“ zu einem Hausbesuch auch nicht direkt darauf, dass die Eltern nicht mit Ihnen kooperieren wollen oder dass es im häuslichen Umfeld des Kindes ein Problem gibt.

Es kann auch sein, dass Eltern schlicht schlechte Erfahrungen gemacht haben oder einfach ihre Privatsphäre schützen möchten.

Sinnvoll ist es, wenn Sie im Team Regeln für Hausbesuche aufstellen.

7 Regeln für Hausbesuche bei U3-Kindern und ihren Familien

1. Hausbesuche werden im pädagogischen Konzept verankert

Halten Sie in der Konzeption Ihrer Einrichtung fest, dass Hausbesuche zur pädagogischen Arbeit gehören und in der Eingewöhnungsphase der U3-Kinder von den Bezugserziehern durchgeführt werden.

2. Eltern werden über den Sinn und Ablauf des Hausbesuchs informiert

Steht ein Hausbesuch an, werden die Eltern im persönlichen Gespräch darüber informiert, warum aus Sicht der Kita Hausbesuche wichtig sind, welche Informationen Sie sich hiervon versprechen und dass die Eltern Hausbesuche auch ablehnen können.

3. Eltern erhalten mehrere Termine zur Auswahl

Da es Sinn macht, wenn beide Eltern beim Hausbesuch anwesend sind, sollten Sie den Eltern mehrere Termine vorschlagen. Finden Sie keinen gemeinsamen Termin, bitten Sie die Eltern, einen Vorschlag zu machen.

4. Ablehnung wird akzeptiert

Lehnen Eltern einen Hausbesuch ab, können Sie versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Setzen Sie die Eltern aber nicht unter Druck und akzeptieren Sie ein „Nein“, ohne hieraus Rückschlüsse auf das häusliche Umfeld zu ziehen.

5. Beschäftigung mit dem Kind hat Priorität

Bei dem Hausbesuch sollten Sie in erster Linie auf das Kind eingehen und Kontakt zu diesem aufbauen. Das gelingt in vertrauter häuslicher Atmosphäre gerade bei U3-Kindern leichter als im Trubel in der Kita.

6. Privatsphäre der Familie wird gewahrt

Manches Kind möchte Ihnen im Rahmen eines Hausbesuchs begeistert die Wohnung und sein Zimmer zeigen. Achten Sie darauf, dass Sie solche „Einladungen“ nur annehmen, wenn die Eltern hierzu ihr Einverständnis geben. Beschränken Sie sich bei Fragen über das Kind und sein familiäres Umfeld auf Informationen, die Sie für die Betreuung des Kindes in der Kita tatsächlich benötigen. Fragen aus reiner Neugier werden systematisch unterlassen.

7. Besuch auf eine halbe Stunde beschränken

Beanspruchen Sie die Zeit der Eltern nicht über Gebühr. Ein Hausbesuch sollte nicht länger als ca. eine halbe Stunde dauern. Diese Zeit genügt, um sich ein Bild von dem Kind in seinem häuslichen Umfeld zu machen.


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