Coronavirus in der Kita: So verhalten Sie sich richtig


04.03.2020

Nachdem in China in der Provinz Wuhan im letzten Jahr die ersten Infektionen mit einem neuartigen Erreger gemeldet wurden, gibt es nun auch in Europa tausende Fälle. Um das Virus weiter einzudämmen müssen einige Hygienemaßnahmen weiterhin eingehalten werden. Das gilt vor allem für Erzieherinnen und Erzieher in einer Kita. Die Übersicht…

Sonderfall: Corona in der Kita – Was müssen Sie beachten?

Wie ist das Coronavirus zu beurteilen?

Das neuartige Coronavirus wurde kurz nach dem Ausbruch mit 2019-nCoV bezeichnet. Nachdem Wissenschaftler das Erbgut untersuchen konnten, heißt es nun offiziell SARS-CoV-2. Das deshalb, weil das Coronavirus Ähnlichkeiten zu einem weiteren Krankheitserreger (SARS) hat, der vor einigen Jahren zu mehreren schwerwiegenden Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen führte und Grund für einige Todesfälle war.

Coronavieren sind sogenannte Zoonosen. Das bedeutet, dass der Erreger aus dem Tierreich stammt und von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist. Wann das passiert ist und welche Tiere dabei die Überträger waren, ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Bezeichnung Coronavirus hat der Erreger seinem Erscheinungsbild unter dem Elektronenmikroskop zu verdanken. Die Ausstülpungen, die sich auf der Virushülle zeigen, erinnern nämlich an eine Krone (lat. corona).

Zu Zeiten des Coronavirus müssen Sie spezielle Hygienemaßnahmen in der Kita ergreifen.

In welchen Ländern gibt es aktuell das Virus?

Weltweit sind aktuell (Stand 03.06.20) mehr als 50 Länder betroffen. Darunter beispielsweise

  • Italien
  • China
  • USA
  • Singapur
  • Frankreich
  • Spanien
  • Österreich
  • Kroatien
  • Griechenland

einen Überblick über die Entwicklungen bietet unter anderem die Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO), aber auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hält die Bevölkerung und vor allem betroffene Personen regelmäßig auf dem Laufenden über den aktuellen Ausbruch der Lungenkrankheit.


Durch die Coronavirus-Krise sind zunächst erstmal bis zu den Osterferien alle Kitas geschlossen. Für Sie als Eltern ist das jetzt keine einfache Situation, denn Sie stehen jetzt vor einem riesigen Betreuungsproblem. Erschwerend kommt hinzu, dass sich natürlich jetzt viele Eltern fragen, wie kann ich in den nächsten Wochen mein Kind sinnvoll zuhause beschäftigen. Um Ihnen als Eltern ein wenig die Sorgen zu nehmen, haben wir Ihnen exklusiv einen fertigen Bildungs-Wochenplan aus den Kita-Einrichtungen für die KW 13 zur Verfügung gestellt.

Hier können Sie den Wochenplan schnell und einfach herunterladen.


Wie wird das Coronavirus übertragen?

Vermutlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich mit dem Virus zu infizieren: Über Tröpfchen- und über Schmierinfektion. Beide Arten kommen sehr häufig unter Kindergartenkindern vor, da sich diese selten an die Hygienemaßnahmen bezüglich Husten und Niesen halten.

Das Coronavirus kann beispielsweise dadurch weitergegeben werden, dass einfach in die Luft gehustet oder in die Hände genießt wird  – beides machen vor allem kleine Kinder ziemlich häufig. Über den Speichel oder kleine Tröpfchen des infizierten Nasensekrets können sich gesunde Personen anstecken. Wenn die Ansteckung ganz unmittelbar, also beispielsweise durch anhusten oder -niesen geschieht, spricht man von einer Tröpfcheninfektion.

Diese Maßnahmen können Sie präventiv gegen das Coronavirus in der Kita ergreifen.

Eine Schmierinfektion ist es dagegen, wenn die Krankheitserreger dadurch übertragen werden, dass die infizierte Person und der Gesunde das gleiche Objekt berühren. Die Türklinke ist dafür ein ganz typisches Beispiel. 

Eine Übertragung durch Blut oder gar durch Stuhl oder Urin  – was ebenfalls gerade in der Kita häufiger vorkommen dürfte – ist dagegen aktuell noch nicht bestätigt und dürfte damit als wenig gefährlich eingestuft werden. 

Wie lange dauert die Inkubationszeit beim Coronavirus?

Zum derzeitigen Zeitpunkt gehen Experten davon aus, dass die Inkubationszeit zwischen fünf und vierzehn Tagen betragen kann. Das bedeutet, dass es bis zu zwei Wochen dauern kann, bis infizierte Personen die ersten Symptome zeigen. 

Die anfängliche Symptomfreiheit ist dabei allerdings etwas problematisch. Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass Personen die Coronaviren schon dann übertragen können, wenn sie noch gar keine Beschwerden haben.

Personen, die unter Verdacht stehen, sich mit SARS-CoV-2 angesteckt zu haben, müssen in der Regel für 14 Tage in Quarantäne. Das kann entweder zuhause oder unter stationärer Betreuung erfolgen.

Habe ich mich mit dem Coronavirus angesteckt?

Ob Sie sich tatsächlich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, kann mit endgültiger Gewissheit nur ein Labortest klären. Die Symptome an sich sind viel zu unspezifisch, als dass sie eindeutig der neuartigen Atemwegserkrankung zugeordnet werden könnten.

Denn milde Verläufe von COVID-19 (so die Bezeichnung für die Krankheit, die durch den Erreger SARS-CoV-2 ausgelöst wird) ähneln denen einer leichten Erkältung. Nur selten verursachen die Viren eine schwere Lungenentzündung.

Hinzu kommt, dass wir uns aktuell mitten in der Grippesaison befinden und eine Grippewelle nicht ausgeschlossen ist. Das erschwert ebenfalls die Diagnose. Denn Erkrankte könnten sich eben auch mit einer „herkömmlichen“ Grippe (Influenza) angesteckt haben.

Wenn Sie natürlich aus einem Risikogebiet zurückkehren und Erkältungssymptome entwickeln, sollten Sie sich schnellstmöglich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen.

Auf keinen Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn das könnte für andere Personen im Wartezimmer gefährlich werden. Denn im Wartezimmer sitzen in der Regel kranke Personen. Diese können sich mit der neuartigen Lungenkrankheit infizieren und selbst Atemwegsinfektionen entwickeln.

Gerade Rückkehrer aus den betroffenen Regionen und Reisende, die beispielsweise neben einer infizierten Person im Flugzeug gesessen haben, laufen Gefahr, das Coronavirus zu übertragen. In diesem Fall sollten Sie sich ebenfalls sofort mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Bei ersten Symptomen sollten Sie ebenfalls auf keinen Fall zu Ihrem Hausarzt gehen. Vielmehr sollten Sie ein nächstgelegenes Krankenhaus oder Klinik anrufen und dort nachfragen, wie Sie sich verhalten sollen. Alternativ kann Ihnen auch hier das Gesundheitsamt weiterhelfen. Die Behörden halten Informationen für betroffene, erkrankte und interessierte Personen bereit.

Symptome im Überblick

Die
Symptome, die durch das Virus SARS-CoV-2 und die damit verbundene Krankheit
COVID-19 ausgelöst werden, ähneln denen anderer Atemwegserkrankungen. In den
meisten Fällen klagen Betroffene über

  • Husten
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Halskratzen
  • in seltenen Fällen auch Durchfall

Die überwiegende Zahl der Infektionen verläuft jedoch recht mild und ist denen einer leichten Erkältung vergleichbar. Es gibt aber auch schwere und gefährliche Verläufe. Besonders bei älteren Menschen können sich schnell ernste Infektionen der Atemwege mit Atemnot entwickeln, die im Krankenhaus oder einer Klinik behandelt werden müssen.

Schützen Sie sich vor dem Coronavirus in der Kita durch spezielle Hygienemaßnahmen.

Vor allem die milden Verlauf unter Kindern macht es vor allem in der Kita schwierig, eine Infektion schnell zu bemerken. Denn die geschilderten Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber kommen bei kleinen Kindern in den Wintermonaten ohnehin sehr häufig vor. Auch Atemwegsinfektionen sind im Winter bei kleinen Kindern keine Seltenheit.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Um sich vor
dem Coronavirus zu schützen, sollte man diejenigen Hygienemaßnahmen einhalten,
die auch von anderen Infektionskrankheiten bekannt sind. Dazu gehören:

  • Husten- und Niesetikette: Beim Husten und Niesen sollten Sie alles tun, um andere Menschen nicht zu gefährden. Halten Sie daher den Ellbogen – ganz wichtig: nicht die Hand!  – vor Mund und Nase, um Tröpfchen abzufangen. 
  • Papiertaschentücher nutzen:
    Nutzen Sie außerdem lieber Papiertaschentücher statt wiederverwendbarer
    Taschentücher aus Baumwolle. Achten Sie darauf, diese nach Gebrauch sofort
    zu entsorgen. Am besten über die Toilette. Eine Entsorgung über den
    Papierkorb, der sich noch dazu in der Kita-Gruppe befindet, sollte wenn
    möglich vermieden werden. Vor allem kleinere Kinder könnten die
    Taschentücher wieder aus dem Papierkorb hervorholen und sich über diesen
    Weg anstecken.
  • Händeschütteln vermeiden: Wenn
    möglich, sollten Sie darauf verzichten, Hände zu schütteln. Weisen Sie
    auch die Eltern und Kollegen darauf hin, dass sich dadurch eine
    Übertragung des Virus SARS-CoV-2 vermeiden lässt. Unter Umständen bietet
    es sich an, eine kurze Information ans Schwarze Brett oder die Eingangstür
    zu hängen. 

Wie wird das Coronavirus behandelt?

Ein Medikament gegen das Virus SARS-CoV-2 gibt es (aktuell noch) nicht. Jedoch forschen Wissenschaftler bereits daran. Ebenso existiert auch noch kein Impfstoff, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Trotzdem wird eine Impfung für Risikogruppen (Menschen mit Vorerkrankungen und Senioren) empfohlen. Allerdings ist hiermit die Grippeimpfung gemeint, die auch noch jetzt, also während der aktuellen Grippewelle, durchgeführt werden kann. So soll nicht nur die Risikogruppe geschützt, sondern auch Krankenhäuser und Kliniken entlastet werden. 

Die Behandlung einer Infektion mit dem Coronavirus beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Je nach dem, wie schlimm die Infektion verläuft, können dabei unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden. Das beginnt bei Mitteln gegen Schnupfen und Husten bis hin zu einer Sauerstoffgabe bei Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen und Atemnot.

Vorsicht: Antibiotika sind überhaupt nicht geeignet, um das Coronavirus zu behandeln. Denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. SARS-CoV-2 ist dagegen ein Virus. Antibiotika werden nur dann eingesetzt, wenn Patienten zusätzlich zu der Infektion mit dem Virus unter einer bakteriellen Infektion leiden (sog. Begleitinfektion).

Welche Personen sind besonders gefährdet?

Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für einen schwereren Verlauf von COVID-19 besonders gefährdet. Darüber hinaus sind ältere Personen ab 80 eine weitere Risikogruppe. Daneben scheint es einen Unterschied zwischen Frau und Mann zu gehen: Männer scheinen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe zu haben. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle deutet darauf hin. Generell lässt sich jedoch festhalten, dass die Zahl der Todesopfer noch relativ gering ist. Grund zur Sorge oder gar Panik besteht daher nicht.
Vor allem der Virologe Prof. Christian Drosten weist immer wieder darauf hin, dass man zwar achtsam sein, aber keine übertriebene Angst vor dem Virus haben müsse.

Sind Kinder besonders gefährdet?

Besonders Kinder scheinen relativ wenig Probleme mit dem Virus zu haben. Das sind natürlich gute Nachrichten für alle Eltern und ganz besonders für diejenigen Eltern, deren Kinder von der infizierten Erzieherin aus Heinsberg betreut wurden.

Aus China sind aktuell noch keine Fälle bekannt, in denen ein Kind unter zehn Jahren an dem Coronavirus gestorben ist. Nach Angaben der Behörden sind dort Kinder erst ab einem Alter von zehn Jahren tatsächlich gefährdet.

Obwohl Kinder im Allgemeinen noch ein schwächeres Immunsystem haben, scheinen sie mit dem Erreger gut zurecht zu kommen. Einige Experten vermuten, dass die Immunantwort von Kindern auf den Erreger noch besser funktioniert.

Obwohl es in der Kitas durch den engen Kontakt vieler Kinder zueinander und die leichte Übertragung von Sekreten (laufende Nasen) eigentlich beste Voraussetzungen für das Virus gibt, ist die Gefahr für ernste Erkrankungen sehr gering. Das gilt allerdings nur für die Kinder. Einige Forscher nehmen an, dass das angeborene Immunsystem der Kinder ein Grund dafür ist. Dieses scheint auf den Erreger SARS-CoV-2 recht gut und wirksam zu reagieren. 

Bei Erwachsenen ist dagegen das erworbene Immunsystem häufig für die Immunantwort zuständig. Daher können sich Erzieherinnen und Erzieher durchaus mit dem Virus infizieren und einen schweren Verlauf der Erkrankung erleben. 

Coronavirus in der Kita: Erste Einrichtungen bereits geschlossen

Obwohl das Coronavirus für Kindergartenkinder kein gesundheitliches Problem darzustellen scheint, wurde erste Einrichtungen bereits geschlossen. Vor allem in NRW gilt das für einige Kitas und Schulen, aber andere Bundesländer schließen sich dem an. Das hat allerdings einen anderen Hintergrund: Es geht nicht in erster Linie darum, Kinder vor einer Ansteckung zu schützen, sondern auf diese Weise die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Gerade Kinder sind häufig sehr gute Verbreiter für Viren und Bakterien, da sie nicht nur mit Eltern, sondern auch Großeltern, anderen Erwachsenen und natürlich auch Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern und Schulbetreuerinnen und -betreuern Kontakt haben.

Aber vor allem auch der enge Kontakt der Kinder untereinander, darf nicht unterschätzt werden. In Kitas und Schulen spielen Kinder auf engem Raum miteinander. So können Krankheitserreger leicht übertragen werden. Hat sich das Kind dann infiziert, kann es das Virus leicht an Erwachsene übertragen.

Durch die ersten Schließungen von Kitas und Schulen möchte man genau das vermeiden. 

Wie können Erzieher die Kinder und sich selbst schützen?

Auch in der Kita gelten die bereits angesprochenen Hygienemaßnahmen. In erster Linie sollten Erzieher darauf achten, dass sie sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Dazu sollten sie ausreichend Seife nutzen und die Hände mindestens 20 Sekunden gründlich einschäumen und danach sorgfältig von Seifenresten befreien. Gründliches Trocknen ist außerdem wichtig, wenn eine Infektion vermieden werden soll. Dazu eignen sich in erster Linie Einmalhandtücher aus Papier, die nach dem Gebrauch entsorgt werden können. Handtücher aus Baumwolle, die noch dazu mehrmals von verschiedenen Personen benutzt werden, bieten dagegen einen erstklassigen Nährboden für das Virus. Das sollte man daher vermeiden, wenn man sich effektiv vor dem Coronavirus schützen möchte. 

Desinfektionsmittel für die Hände ist im Normalfall nicht nötig. Gründliches Händewaschen mit Seife genügt in der Regel. Wenn Sie allerdings keine Möglichkeit haben, sich mit Seife die Hände zu waschen, können Sie im Notfall auf Desinfektionsmittel zurückgreifen. Achten Sie aber darauf, dass das Mittel viruzid ist. Denn nur mit diesen Eigenschaft wirkt es auch gegen SARS-CoV-2, den Auslöser von COVID-19.

Wenn möglich sollten Erzieherinnen und Erzieher sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht oder die Augen fassen. Ebenso sollten sie darauf achten, nicht direkt angeniest oder angehustet zu werden  – was natürlich gerade in der Kita etwas schwierig umzusetzen sein wird.

Wie sollten sich Erzieher bei einem Verdacht verhalten?

Wenn Erzieherinnen und Erzieher erfahren, dass sich ein Kind in einem Risikogebiet, also beispielsweise Norditalien (Lombardei), Südkorea, China und dem Iran, aufgehalten hat, sollten sie unverzüglich die Eltern ansprechen und diese bitten, das Kind aus der Kita abzuholen. Ist schon vor dem Besuch der Einrichtung klar, dass das Kind eine Reise in eine betroffene Region unternommen hat, darf es die Kita erst gar nicht betreten.

Die übliche Quarantäne-Zeit von 14 Tagen sollte in diesem Fall abgewartet werden, wenn das Kind in einem Risikogebiet war oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte. Das gilt übrigens auch für Kinder, die keine Symptome zeigen. Denn vor allem Kinder können nun sehr milde (oder gar keine) Symptome zeigen, trotzdem aber mit dem Virus infiziert sein und andere Personen damit anstecken.

Sollte das Kind in der Kita erste Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 müssen Erzieherinnen und Erzieher nicht nur die Eltern, sondern ebenso einen Kinderarzt informieren. Ist das nicht möglich, können sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Kenntnis setzen. 

Wie muss sich die Kitaleitung im Verdachtsfall verhalten?

Sollte es in der Kita einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus geben, heißt es so schnell wie möglich reagieren. De erste Schritt ist in diesem Fall, das zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren und den Verdachtsfall zu melden. Das weitere Vorgehen wird dann zusammen mit der Behörde abgestimmt, die übrigens auch dafür zuständig ist, das Landesgesundheitsamt zu informieren. 

Fazit: Grund zu übertriebener Sorge oder gar Panik gibt es nicht. Trotzdem sollten Erzieherinnen und Erzieher bei ihrer täglichen Arbeit darauf achten, Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das ist der bestmögliche Schutz gegen eine weitere Ausbreitung der Coronaviren. 

Corona-Update Kita 27.05.2020

Dürfen wir die Kindergruppen auf dem Außengelände gemeinsam spielen lassen?

Derzeit schreitet die Wiederöffnung der Kita in fast allen Bundesländern mit großen Schritten voran. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass das Ansteckungsrisiko für die Kinder und Ihre Mitarbeiter/innen so niedrig wie möglich gehalten wird. Hierzu gehört es auch, die Kindergruppen möglichst getrennt zu halten, um die Bildung neuer „Infektions-Netzwerke“ zu vermeiden. Das ist bei der Arbeit in den Gruppen relativ leicht zu gewährleisten. Auf dem Außengelände ist das allerdings schwierig, wenn die Kinder aus den unterschiedlichen Gruppen dort gemeinsam spielen.

Hier gibt es 2 Möglichkeiten, wie Sie die Mischung der Gruppen vermeiden können:

  1. Sie nutzen des Außengelände „schichtweise“. Legen Sie morgens fest, wer wann mit seiner Gruppe nach draußen geht. Diese Lösung bietet sich insbesondere für Einrichtungen mit kleinen Außenbereichen ab.
  2. Sie weisen jeder Gruppe einen bestimmten Bereich auf dem Außengelände zu und grenzen diesen optisch, z. B. mit Flatterband ab. Dann können alle Gruppen gleichzeitig draußen spielen, ohne dass die Kinder sich mischen. Die Bereiche können gewechselt werden, damit alle Kinder mal auf die Schaukel, das Klettergerüst oder in den Sandkasten können.

Worauf müssen wir achten, wenn Eltern sich in der Eingewöhnung in der Kita aufhalten?

Vielleicht haben Sie in Ihrer Kita während der Notbetreuung keine Eingewöhnungen durchgeführt. Jetzt muss aber wieder ein Stück weit Normalität einziehen und Sie müssen auch neue Kinder aufnehmen und
eingewöhnen.

Zur Eingewöhnung gehören aber natürlich auch die Eltern, die ihr Kind in die Kita begleiten. Das ist auch nicht zu beanstanden, solange diese sich an einige Corona-Regeln halten:

  1. Wenn das Kind oder die Begleitperson Anzeichen für einen grippalen Infekt zeigen, müssen sie zuhause bleiben, bis abgeklärt ist, ob es sich um eine Infektion mit Covid-19 handelt.
  2. Die Eltern, die das Kind in der Eingewöhnung begleiten, müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  3. Die Eltern desinfizieren sich nach Betreten der Kita die Hände, waschen diese regelmäßig und achten auf die Nies- und Hustenetikette.
  4. Die Eltern, die ihr Kind in der Eingewöhnung begleiten, halten zu allen Personen in der Kita – außer natürlich zum eigenen Kind – einen Abstand von mindestens 1,5 m.
  5. Bei ersten Trennungsversuchen halten sich die Eltern ausschließlich in dem ihnen vorher von den Kita-Mitarbeiterinnen zugewiesenen Bereichen auf.

Müssen wir mit Ärger rechnen, wenn die Kinder die Hygienevorgaben nicht einhalten?

Die Öffnungen der Kitas sind während der Corona-Pandemie nur möglich, wenn die Hygienevorgaben eingehalten werden. Das ist in Schulen vielleicht zu gewährleisten, wenn dies auch schwierig ist. Kita-Kinder zum Abstandhalten zu erziehen, ist aber nicht möglich. Versuchen Sie es gar nicht erst. Das wird auch nicht von Ihnen erwartet. Insofern kann Ihnen auch niemand Vorwürfe machen, wenn die Kinder Mindestabstände nicht einhalten.

Von Ihnen wird allerdings erwartet, dass Sie organisatorische Maßnahmen ergreifen und diese auch durchsetzen, um die Infektionsgefahr möglichst gering zu halten. Hierbei gilt es auch, die Kinder mit
einzubeziehen, z. B. in dem Sie

  • die Kinder zum regelmäßigen gründlichen Händewaschen anhalten,
  • darauf achten, dass die Kinder beim Essen und Spielen am Tisch so weit wie möglich auseinandersitzen
  • darauf achten, dass die Betreuungsgruppen nicht vermischt werden.


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