Coronavirus in der Kita: Update und Verhaltensregeln


27.07.2021

Nachdem in China in der Provinz Wuhan 2020 die ersten Infektionen mit dem Coronavirus ( SARS-CoV-2) gemeldet wurden, breitete sich die Infektion rasant weltweit aus. Um das Virus auch 2021 weiterhin einzudĂ€mmen, mĂŒssen insbesondere in Einrichtungen wie KindergĂ€rten, Schulen, KrankenhĂ€usern etc. bestimmte Hygienemaßnahmen weiterhin eingehalten werden.

Sonderfall: Corona in der Kita – Was mĂŒssen Sie beachten?

Corona: Aktuelle Datenlage

Das Coronavirus hat sich weltweit ausgebreitet. Wie die konkreten Zahlen aussehen, können Sie unter www.corona-in-zahlen.de nachschauen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hĂ€lt die Bevölkerung und vor allem betroffene Personen regelmĂ€ĂŸig auf dem Laufenden ĂŒber den aktuellen Ausbruch der Lungenkrankheit.

Wie wird das Coronavirus ĂŒbertragen?

Der HauptĂŒbertragungsweg ist ĂŒber die Atemwege, bspw. beim Atmen, Husten und Sprechen. Aerosole, kleinste gasförmige Partikel, können lĂ€ngere Zeit in der Luft verweilen und zur Ansteckung fĂŒhren. Die Verteilung der Aerosole und grĂ¶ĂŸeren Partikeln ist von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und BelĂŒftung des Raumes abhĂ€ngig.

DarĂŒber hinaus ist eine Übertragung durch kontaminierte OberflĂ€chen nicht auszuschließen. Eine Übertragung durch Blut oder gar durch Stuhl oder Urin  â€“ was ebenfalls gerade in der Kita hĂ€ufiger vorkommen dĂŒrfte – ist dagegen aktuell nicht bestĂ€tigt und dĂŒrfte damit als wenig gefĂ€hrlich eingestuft werden. 

Zu Zeiten des Coronavirus mĂŒssen Sie spezielle Hygienemaßnahmen in der Kita ergreifen.

Wie lange dauert die Inkubationszeit beim Coronavirus?

Die mittlere Inkubationszeit des Coronavirus‘, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, betrĂ€gt ca. 6 Tage, höchstens 14 Tage.

Die anfĂ€ngliche Symptomfreiheit ist dabei allerdings etwas problematisch. Es gibt nĂ€mlich Hinweise darauf, dass Personen die Coronaviren schon dann ĂŒbertragen können, wenn sie noch gar keine Beschwerden haben.

Personen, die unter Verdacht stehen, sich mit SARS-CoV-2 angesteckt zu haben, mĂŒssen in der Regel fĂŒr 14 Tage in QuarantĂ€ne. Das kann entweder zuhause oder unter stationĂ€rer Betreuung erfolgen.

Habe ich mich mit dem Coronavirus angesteckt?

Ob Sie sich tatsĂ€chlich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, kann mit endgĂŒltiger Gewissheit nur ein Labortest klĂ€ren. Die Symptome an sich sind viel zu unspezifisch, als dass sie eindeutig der neuartigen Atemwegserkrankung zugeordnet werden könnten.

Beim Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollten Sie sich sofort mit dem zustĂ€ndigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Bei ersten Symptomen sollten Sie auf keinen Fall zu Ihrem Hausarzt gehen. Vielmehr sollten Sie ein nĂ€chstgelegenes Krankenhaus oder Klinik anrufen und dort nachfragen, wie Sie sich verhalten sollen. Behörden halten Informationen fĂŒr betroffene, erkrankte und interessierte Personen bereit.

COVID-19: Erfasste Symptome

Die Symptome, die durch das Virus SARS-CoV-2 und die damit verbundene Krankheit COVID-19 ausgelöst werden, Ă€hneln denen anderer Atemwegserkrankungen. In den meisten FĂ€llen klagen Betroffene ĂŒber

Husten

Schnupfen

Fieber

Geschmacksverlust

Halskratzen

Weitere: Durchfall, Übelkeit, Atemnot, Kopfschmerzen

Vor Corona schĂŒtzen: Hygienemaßnahme fĂŒr Ihre Kita

Um sich vor dem Coronavirus zu schĂŒtzen, sollte man diejenigen Hygienemaßnahmen einhalten, die auch von anderen Infektionskrankheiten bekannt sind. Dazu gehören:

  • Husten- und Niesetikette: Husten oder Niesen Sie in den Ellbogen, um Tröpfchen abzufangen. Ganz wichtig: nicht die Hand!
  • PapiertaschentĂŒcher nutzen: Nutzen Sie außerdem PapiertaschentĂŒcher statt wiederverwendbare TaschentĂŒcher aus Stoff. Achten Sie darauf, die PapiertaschentĂŒcher nach Gebrauch sofort zu entsorgen.
  • HĂ€ndeschĂŒtteln vermeiden: Wenn möglich, sollten Sie darauf verzichten, HĂ€nde zu schĂŒtteln. Weisen Sie auch die Eltern und Kollegen darauf hin, dass sich dadurch eine Übertragung des Virus SARS-CoV-2 vermeiden lĂ€sst. Unter UmstĂ€nden bietet es sich an, diesbzgl. eine Information ans Schwarze Brett oder die EingangstĂŒr zu hĂ€ngen. 

InzidenzabhĂ€ngige Regelungen fĂŒr Kitas/KindergĂ€rten

Die Umsetzung der Kinderbetreuung in Kitas / KindergÀrten ist LÀndersache. Dies sind die aktuellen Corona-Regelungen in Ihrem Bundesland. Di groben Regelungen je nach Inzidenzwert sehen wie folgt aus:

Inzidenzwert 0-100

Kitas / KindergÀrten können im Regelbetrieb öffnen.

Inzidenzwert ab 100

In Kitas / KindergĂ€rten kann ein eingeschrĂ€nkter Betrieb stattfinden. Alle Kinder mĂŒssen in festen Gruppen betreut werden. DarĂŒber hinaus mĂŒssen die Kinder symptomfrei und keine Kontaktpersonen sein.

Welche Personen sind besonders gefÀhrdet?

Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind fĂŒr einen schwereren Verlauf von COVID-19 besonders gefĂ€hrdet. DarĂŒber hinaus sind Ă€ltere Personen ab 80 eine weitere Risikogruppe. Daneben scheint es einen Unterschied zwischen Frau und Mann zu gehen: MĂ€nner scheinen ein erhöhtes Risiko fĂŒr schwere VerlĂ€ufe zu haben. Die Zahl der gemeldeten TodesfĂ€lle deutet darauf hin. Generell lĂ€sst sich jedoch festhalten, dass die Zahl der Todesopfer noch relativ gering ist. Grund zur Sorge oder gar Panik besteht daher nicht. Vor allem der Virologe Prof. Christian Drosten weist immer wieder darauf hin, dass man zwar achtsam sein, aber keine ĂŒbertriebene Angst vor dem Virus haben mĂŒsse.

Corona bei Kindern: Empfiehlt die STIKO eine Impfung?

Besonders Kinder scheinen relativ wenig Probleme mit dem Virus zu haben. Kinder zeigten bisher einen asymptomatischen oder milden Krankheitsverlauf. Vermutlich haben Kinder eine geringere Viruslast als Erwachsene.

Aktuell besteht von der StĂ€ndigen Impfkommission (STIKO) noch keine konkrete Impfempfehlung fĂŒr Kinder.

Wie können Erzieher die Kinder und sich selbst schĂŒtzen?

Auch in der Kita gelten die bereits angesprochenen Hygienemaßnahmen. In erster Linie sollten Erzieher darauf achten, dass sie sich regelmĂ€ĂŸig und grĂŒndlich die HĂ€nde waschen. Dazu sollten sie ausreichend Seife nutzen und die HĂ€nde mindestens 20 Sekunden grĂŒndlich einschĂ€umen und danach sorgfĂ€ltig von Seifenresten befreien. GrĂŒndliches Trocknen ist außerdem wichtig, wenn eine Infektion vermieden werden soll. Dazu eignen sich in erster Linie EinmalhandtĂŒcher aus Papier, die nach dem Gebrauch entsorgt werden können. HandtĂŒcher aus Baumwolle, die noch dazu mehrmals von verschiedenen Personen benutzt werden, bieten dagegen einen erstklassigen NĂ€hrboden fĂŒr das Virus. Das sollte man daher vermeiden, wenn man sich effektiv vor dem Coronavirus schĂŒtzen möchte. 

Desinfektionsmittel fĂŒr die HĂ€nde ist im Normalfall nicht nötig. GrĂŒndliches HĂ€ndewaschen mit Seife genĂŒgt in der Regel. Wenn Sie allerdings keine Möglichkeit haben, sich mit Seife die HĂ€nde zu waschen, können Sie im Notfall auf Desinfektionsmittel zurĂŒckgreifen. Achten Sie aber darauf, dass das Mittel viruzid ist. Denn nur mit diesen Eigenschaft wirkt es auch gegen SARS-CoV-2, den Auslöser von COVID-19.

Wenn möglich sollten Erzieherinnen und Erzieher sich nicht mit ungewaschenen HĂ€nden ins Gesicht oder die Augen fassen. Ebenso sollten sie darauf achten, nicht direkt angeniest oder angehustet zu werden  â€“ was natĂŒrlich gerade in der Kita etwas schwierig umzusetzen sein wird.

Wie sollten sich Erzieher bei einem Verdacht verhalten?

Wenn Erzieherinnen und Erzieher erfahren, dass sich ein Kind in einem Risikogebiet, also beispielsweise Norditalien (Lombardei), SĂŒdkorea, China und dem Iran, aufgehalten hat, sollten sie unverzĂŒglich die Eltern ansprechen und diese bitten, das Kind aus der Kita abzuholen. Ist schon vor dem Besuch der Einrichtung klar, dass das Kind eine Reise in eine betroffene Region unternommen hat, darf es die Kita erst gar nicht betreten.

Die ĂŒbliche QuarantĂ€ne-Zeit von 14 Tagen sollte in diesem Fall abgewartet werden, wenn das Kind in einem Risikogebiet war oder mit einer infizierten Person Kontakt hatte. Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Kinder, die keine Symptome zeigen. Denn vor allem Kinder können nun sehr milde (oder gar keine) Symptome zeigen, trotzdem aber mit dem Virus infiziert sein und andere Personen damit anstecken.

Sollte das Kind in der Kita erste Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 mĂŒssen Erzieherinnen und Erzieher nicht nur die Eltern, sondern ebenso einen Kinderarzt informieren. Ist das nicht möglich, können sie den Ă€rztlichen Bereitschaftsdienst in Kenntnis setzen. 

Wie muss sich die Kitaleitung im Verdachtsfall verhalten?

Sollte es in der Kita einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus geben, heißt es so schnell wie möglich zu reagieren. Der erste Schritt ist in diesem Fall, das zustĂ€ndige Gesundheitsamt zu kontaktieren und den Verdachtsfall zu melden. Das weitere Vorgehen wird dann zusammen mit der Behörde abgestimmt, die ĂŒbrigens auch dafĂŒr zustĂ€ndig ist, das Landesgesundheitsamt zu informieren.

FAQ: Coronavirus in KindergÀrten

DĂŒrfen wir die Kindergruppen auf dem AußengelĂ€nde gemeinsam spielen lassen?

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Sie nutzen des AußengelĂ€nde „schichtweise“. Legen Sie morgens fest, wer wann mit seiner Gruppe nach draußen geht. Diese Lösung bietet sich insbesondere fĂŒr Einrichtungen mit kleinen Außenbereichen ab.
2. Sie weisen jeder Gruppe einen bestimmten Bereich auf dem AußengelĂ€nde zu und grenzen diesen optisch, z. B. mit Flatterband ab. Dann können alle Gruppen gleichzeitig draußen spielen, ohne dass die Kinder sich mischen. Die Bereiche können gewechselt werden, damit alle Kinder mal auf die Schaukel, das KlettergerĂŒst oder in den Sandkasten können.

Worauf mĂŒssen wir achten, wenn Eltern sich in der Eingewöhnung in der Kita aufhalten?

Zur Eingewöhnung gehören aber natĂŒrlich auch die Eltern, die ihr Kind in die Kita begleiten. Das ist auch nicht zu beanstanden, solange diese sich an einige Corona-Regeln halten:

1. Wenn das Kind oder die Begleitperson Anzeichen fĂŒr einen grippalen Infekt zeigen, mĂŒssen sie zuhause bleiben, bis abgeklĂ€rt ist, ob es sich um eine Infektion mit Covid-19 handelt.
2. Die Eltern mĂŒssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
3. Die Eltern desinfizieren sich nach Betreten der Kita die HĂ€nde, waschen diese regelmĂ€ĂŸig und achten auf die Nies- und Hustenetikette.
4. Die Eltern, die ihr Kind in der Eingewöhnung begleiten, halten zu allen Personen in der Kita – außer natĂŒrlich zum eigenen Kind – einen Abstand von mindestens 1,5 m.

MĂŒssen wir mit Ärger rechnen, wenn die Kinder die Hygienevorgaben nicht einhalten?

Die Öffnungen der Kitas sind wĂ€hrend der Corona-Pandemie nur möglich, wenn die Inzidenz nicht zu hoch ist und die Hygienevorgaben eingehalten werden. Das ist in Schulen vielleicht zu gewĂ€hrleisten, wenn dies auch schwierig ist. Kita-Kinder zum Abstandhalten zu erziehen, ist aber nicht möglich. Versuchen Sie es gar nicht erst. Das wird auch nicht von Ihnen erwartet. Insofern kann Ihnen auch niemand VorwĂŒrfe machen, wenn die Kinder MindestabstĂ€nde nicht einhalten.

Von Ihnen wird allerdings erwartet, dass Sie organisatorische Maßnahmen ergreifen und diese auch durchsetzen, um die Infektionsgefahr möglichst gering zu halten.


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