Hygiene: 5 Regeln für alle, um gesund zu bleiben


22.10.2018

Die Kleinkinder Ihrer Gruppe entdecken das Spielmaterial und andere Gegenstände mit all ihren Sinnen. Hierzu fassen sie die Dinge an und erkunden sie ausgiebig mit dem Mund. Das ist wichtig für eine gute Entwicklung. Aber auch ein Risiko für die Gesundheit.

Denn so können schnell Krankheiten von einem Kind zum nächsten übertragen werden, da sich die Erreger im Speichel, Nasensekret, Urin oder Kot befinden. Eine gute Hygiene in Ihrer Gruppe ist also aktive Gesundheitsvorsorge.

Mit den folgenden 5 Hygieneregeln schützen Sie die Gesundheit der Kleinkinder und des Personals.

1.Regel: Ständiges Desinfizieren muss nicht sein

Normalerweise reicht es, aus, wenn Sie Spielzeug normal mit reinigen. Denn auch eine ständige Desinfektion ist nicht gut für den Körper. Desinfektionsmittel enthalten Stoffe, die für die Gesundheit und die Umwelt gefährlich sein können. So können sie z. B. Allergien und Ekzeme auslösen.

Durch den Kontakt mit „normalen“ Bakterien trainieren die Kleinkinder ihr Immunsystem. Ist der Boden im Gruppenraum z. B. vom Mittagessen nur leicht verschmutzt, reicht feuchtes Wischen völlig aus. Bei Körperausscheidungen heißt es hingegen: Desinfektion ist eine Pflicht (siehe Regel Nr. 3)!

Achten Sie bei Spielsachen und Spielgeräten darauf:

  • Sie sollen von ihrer Beschaffenheit her leicht zu reinigen sein. Die Oberflächen sollten möglichst glatt sein, damit sich kein Schmutz in Rillen und Ecken breitmachen kann.
  • Bei sichtbarer Verschmutzung reinigen Sie diese sofort mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln und desinfizieren Sie sie ggf. (siehe Regel 2).
  • Spielsachen aus Stoff müssen regelmäßig gewaschen werden und daher waschbar sein.

Tipp für Ihre Praxis: Auch Desinfektionsmittel sind gesundheitsschädlich, setzen Sie diese nur dosiert ein. Denken Sie immer daran: Wenn Kleinkinder ein desinfiziertes Spielzeug in den Mund nehmen, ist das sicherlich auch nicht gesund.

2. Regel: Bei übertragbaren Krankheiten ist Desinfektion Pflicht

Sobald Kinder aus Ihrer Gruppe an übertragbaren Krankheiten, wie Magen-DarmGrippe, Masern, 3-Tage-Fieber oder Windpocken erkrankt sind, ist eine sorgfältige Desinfektion Pflicht. Alle Gegenstände, mit denen dieses Kind in Berührung gekommen ist, müssen unbedingt desinfiziert werden. Weisen Sie Ihre Reinigungsfirma konsequent darauf hin, bei Ausbruch dieser Krankheiten mit entsprechenden Mitteln zu putzen.

3. Regel: Desinfizieren Sie bei Verunreinigung durch Ausscheidungen

Unumgänglich ist eine Desinfektion dann, wenn Flächen oder Spielsachen mit Blut, Eiter, Sekreten, Stuhl, Urin oder Erbrochenem verunreinigt worden sind. Tragen Sie beim Desinfizieren unbedingt Einmalhandschuhe. So schützen Sie sich selbst vor Krankheitserregern, aber auch vor Hautreizungen durch das Desinfektionsmittel. Entfernen Sie zunächst das kontaminierte Material. Verwenden Sie hierzu ein Einwegtuch, das Sie vorher in etwas Desinfektionsmittel getränkt haben.

Solche Tücher sind im Fachhandel als Fertigprodukt erhältlich und bieten sich besonders für den Wickelbereich an. Entsorgen Sie das Tuch sofort im Abfall. Danach desinfizieren Sie die Fläche mit einem Einmaltuch. Nachdem Sie das Desinfektionsmittel verteilt haben, warten Sie, wenn vorgeschrieben, die Einwirkzeit ab. Dann wischen Sie die Stelle großflächig und mit leichtem Druck sauber.

Tipp für Ihre Praxis: Verzichten Sie auf Desinfektionsmittel zum Sprühen. Diese bilden beim Sprühen einen Nebel, den Sie mit einatmen. Das ist ungesund.

4. Regel: Achten Sie auf die richtige Anwendung

Damit das Desinfektionsmittel auch richtig wirken kann, müssen Sie unbedingt die Anwendungshinweise des Herstellers beachten. Manche Desinfektionsmittel wirken sofort, andere müssen eine gewisse Zeit einwirken.

Die Hinweise stehen in der Regel auf dem Produkt. Für Produkte, die Sie zusammenmischen, erhalten Sie die notwendigen Informationen bei den Herstellern.

Viele Hersteller bieten auch Schulungen für Ihr Team an. Bedenken Sie immer: Eine Überdosierung schadet nur. Desinfektionsmittel reizen die Nasenschleimhäute der Kleinkinder und der Erwachsenen. Das passiert vor allem, wenn Sie das Desinfektionsmittel großflächig verwenden. Darum ist Lüften nach dem Desinfizieren Pflicht.

5. Regel: So desinfizieren Sie Ihre Hände richtig

Das Tragen von Handschuhen ersetzt nicht Ihre anschließende Handdesinfektion. Sie wird oft falsch durchgeführt. So machen Sie es richtig:

Nachdem Sie Gegenstände desinfiziert haben, reiben Sie Ihre trockenen Hände mit Handdesinfektionsmittel ein. Es ist Pflicht des Arbeitgebers, für entsprechende Mittel in der Kita zu sorgen.

Denken Sie dabei unbedingt auch an Ihre Fingerkuppen, an die Fingerzwischenräume und den Bereich um die Fingernägel.

Trocknen Sie das Desinfektionsmittel nicht ab, sondern warten Sie, bis es an der Luft getrocknet ist.

Pflegen Sie Ihre Hände mit Handpflegemitteln (Lotion oder Creme), die Ihnen Ihr Arbeitgeber ebenfalls zur Verfügung stellen muss.


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