So profitieren Sie als Leitung vom konstruktiven Kritisieren


15.12.2017

Als Leitung ist Ihr eigenes Urteil permanent gefragt. Doch nicht immer geht es nur ums Loben, oft genug kommt es vor, dass Sie auch kritisieren müssen. Erfahren Sie hier Regeln, mit denen Sie konstruktiv kritisieren.

 

1. Regel: Vorbereitung sichert den Erfolg

Lassen Sie sich nie dazu hinreißen, das Verhalten eines Mitarbeiters spontan zu kritisieren. Schreiben Sie auf, was Sie als störend empfunden haben. Planen Sie ein, wann Sie sich zum Kritikgespräch zusammensetzen. Wenn es sich um kurze Kritikpunkte handelt, können Sie den Mitarbeiter für einige Minuten in Ihr Büro bitten. Ist der Anlass für ein längeres Gespräch gegeben, sollten Sie das Kritikgespräch mit dem Erzieher terminieren und das Gespräch am nächsten Tag durchführen. So verhindern Sie zu scharfes oder unsachliches Kritisieren.

2. Regel: Schauen Sie mit den Augen des anderen

Kritik hilft nur weiter, wenn sie tatsächlich auch angenommen werden kann. Führen Sie deshalb vor Ihrem Kritikgespräch einen „mentalen“ Rollentausch durch. Versetzen Sie sich in die Person hinein, die Sie kritisieren werden. Fragen Sie sich, ob Sie an deren Stelle die Kritik akzeptieren können und wie Sie Ihr Verhalten ändern könnten, damit es keinen Anlass mehr zum Kritisieren gibt.

3. Regel: Arbeiten Sie mit Ich-Botschaften

Vermitteln Sie Ihre Kritik mit Ich-Botschaften. Damit können Sie das Fehlverhalten beschreiben und gleichzeitig eine Verhaltensalternative anbieten. Achten Sie auch darauf, dass Sie im Gespräch möglichst Beispiele liefern. Diese machen die Kritik anschaulicher.

So geben Sie Anregungen

„Wir haben in der letzten Mitarbeiterbesprechung eingehend darüber gesprochen, wie wichtig für die Eltern täglich eine kurze Information über den Tag ist, den ihr Kind in unserer Kita verbracht hat. Die Vorteile stehen im Protokoll, die können Sie jederzeit nachlesen. Ich achte jetzt bei allen Mitarbeitern darauf, dass sie sich täglich an diese Absprache halten. Bei Ihnen fällt mir jetzt bereits zum 2. Mal auf, dass Sie einige Eltern „vergessen“ oder aus anderen Gründen nicht ansprechen. Bitte achten Sie die restliche Woche einmal besonders darauf, dass Sie alle Eltern mit wenigen Sätzen bedenken. Ich möchte am Freitag um 14 Uhr noch einmal mit Ihnen sprechen. Geben Sie mir dann eine Rückmeldung, ob Sie individuelle Informationen an alle Eltern geben konnten.“

4. Regel: Kritisieren Sie immer unter 4 Augen

Nehmen Sie sich Zeit und bitten Sie den Erzieher zu sich ins Büro. Ein direktes Kritisieren an Ort und Stelle wirkt verletzend und zurückweisend. Kritik sollte deshalb immer unter 4 Augen geäußert werden. Kritisieren Sie niemals vor Kindern, Eltern und auch nicht vor anderen Mitarbeitern. Diese Checkliste hilft Ihnen beim konstruktiven Kritisieren:

  • Sie notieren, welches Verhalten des Mitarbeiters Sie stört.
  • Sie planen das Kritikgespräch ein.
  • Sie bestellen den Mitarbeiter in Ihr Büro.
  • Sie versetzen sich in die Lage des Mitarbeiters, bevor Sie sein Verhalten kritisieren.
  • Sie beschreiben sein Verhalten ganz genau.
  • Sie verwenden keine Pauschalisierungen.
  • Sie sprechen mit Ich-Botschaften.
  • Sie kritisieren immer unter 4 Augen.

Fazit

Konstruktives Kritisieren wird Ihnen gelingen, wenn Sie ehrlich vorgehen. Sie helfen weiter, wenn Sie Verhalten so genau wie möglich beschreiben und erklären, warum es Ihnen missfällt. Sagen Sie Ihrem Erzieher auch, wie er es in Zukunft besser machen kann. Dann steht einer Verhaltensänderung nichts mehr im Wege.


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