„Wie begegne ich den Kindern?“ Reflexion über das eigene Handeln in der Kita


17.06.2015
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Kinder brauchen verlässliche und vor allem zugewandte Bezugspersonen! Doch was bedeutet das konkret? Der Beitrag zeigt die wichtigsten Verhaltensregeln auf.

In der Ruhe liegt die Kraft

Montagmorgen, 10.30 Uhr in der Kita: Um Sie herum steppt der Bär? Umso wichtiger, dass Sie ruhig bleiben! Wie wir uns verhalten und was wir fühlen, strahlen wir auch aus. Wenn wir unruhig oder aufgeregt sind, kann sich das sehr schnell auf die Kinder übertragen. Versuchen Sie nicht, die lauten Kinder mit Ihrer Stimme zu übertönen. Es bringt auch nichts, wenn es unruhig ist, selbst in Hektik zu verfallen. Denn auch die Ruhe, die Sie ausstrahlen, überträgt sich auf die Kinder.

Überdenken Sie an solchen Tagen Ihr geplantes pädagogisches „Programm“. Das kann dann bedeuten, dass z. B. die Experimentierrunde verschoben wird, weil die Kinder nicht die nötige Ruhe haben. Zwingen Sie sich dazu, in einer normalen Lautstärke zu sprechen und Ihre Handlungen in Ruhe auszuführen. Vielleicht können Sie auch mit einer Kurzentspannung (2 bis 5 Minuten außerhalb des Gruppenraums, wenn Sie gerade zu zweit sind!) wieder zu mehr Ruhe finden.

Die zugewandte Haltung

Im Kontakt mit den Kindern sollte spürbar werden, dass Sie sich Zeit für das einzelne Kind nehmen. Dazu gehört z. B., dass ab einer gewissen Uhrzeit eingehende Anrufe vom Anrufbeantworter entgegengenommen werden und auch sonst keine Störungen von außen, wie ungefragte Vertreterbesuche, die Gruppe in ihrem Ablauf stören dürfen. Setzen Sie sich ein konkretes Ziel, z. B. „Jeden Tag bin ich ab 10.00 Uhr nur noch für die Kinder da“, und überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie auf eventuelle Störungen reagieren können bzw. wie Sie diese abblocken können.

 

 

Hilfreich ist es hier, wenn Sie sich einen Satz zurechtlegen, um niemanden vor den Kopf zu stoßen. So können Sie zu der Mutter sagen: „Sprechen Sie mich bitte heute Nachmittag oder gleich morgen in der Frühe an. Jetzt bin ich bei den Kindern in der Gruppe und möchte ihnen meine volle Aufmerksamkeit schenken!“ Natürlich sollte auch außerhalb dieser Zeiten Ihr Kontakt zu den Kindern zugewandt sein, das bedeutet: aufmerksam zuhören und rückfragen, nach dem Kind und seinen Bedürfnissen fragen, versuchen zu erspüren, wie es dem Kind geht. Machen Sie sich nicht den Druck, dass dies jeden Tag klappen muss!

Toleranz üben

Ein Kind verhält sich nicht so, wie Sie es erwartet hätten. Nun heißt es für Sie nachzufragen, was dahintersteckt. Ihre Grundhaltung ist von Interesse und Neugier geprägt. Sie versuchen zu verstehen, warum das Kind so handelt / sich so verhält, um es besser verstehen zu können. Wichtig ist, dass Sie auch dann seine Meinung tolerant stehen lassen können, auch wenn es für Sie nicht nachvollziehbar ist. Formulieren Sie konkret Ihre Meinung oder gegebenenfalls Ihren Wunsch, sprechen Sie aber auch an, dass Sie die Meinung des Kindes tolerieren.

Beispiel: Ein türkischer Junge meint, dass er nicht beim Tischdecken helfen werde. Als Sie nachfragen, kommt seine Antwort: „Das ist doch Mädchensache – bei uns zu Hause machen das meine Mama und meine Schwester.“

Sie können nun Ihre Sichtweise darlegen, seine Ablehnung entgegennehmen, aber von ihm erwarten, dass er dann bei einer anderen Alltagsarbeit mithilft. Begründen können Sie dies, indem Sie erklären, dass er hier mit einer Gruppe zusammenlebt und in dieser auch jedes Gruppenmitglied gewisse Aufgaben hat.

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