Fläschchen sterilisieren: Diese wichtigen Vorschriften gelten für Sie


28.05.2018

Einige der bei Ihnen betreuten Kinder trinken noch nicht aus dem Becher, sondern aus dem Fläschchen. Die Fläschchen zu sterilisieren gehört zu einer vorschriftsmäßigen Hygiene in der Kita nun mal dazu. Denn: Sie einfach in die Spülmaschine zu stellen genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht. Außerdem: Mangelnde Hygiene kann Ihre ganz jungen Schützlinge ernsthaft krank machen.

Fläschchen sterilisieren: Prüfen Sie Ihren Hygieneplan

Nach § 36 Infektionsschutzgesetz (IfSG) muss es für Ihre Einrichtung einen Hygieneplan geben. In diesem finden sich Regelungen für alle hygienerelevanten Bereiche in Ihrer KiTa. Betreuen Sie „Flaschen-Kinder“, muss sich Ihr Hygieneplan auch auf den hygienisch einwandfreien Umgang mit Fläschchen, Gummisaugern und deren Reinigung beziehen.

Tipp für Ihre Praxis: In vielen Kitas, die noch nicht lange Kinder unter 3 Jahren betreuen, wurde der Hygieneplan noch nicht auf die neue Situation angepasst. Werfen Sie daher einen Blick in diesen Plan und sehen Sie nach, ob die „Fläschchen-Sterilisation“ dort geregelt ist. Fehlen hierzu Aussagen, sollten Sie Ihre Leitung hierauf hinweisen, damit diese den Hygiene-Plan entsprechend ergänzen kann.

Außerdem sollten Sie die folgenden Handlungsempfehlungen in Sachen „Fläschchen sterilisieren“ beachten. Dann können Sie sicher sein, dass Ihre Kleinsten vor gesundheitsschädlichen Keimen aus Milch- und Wasser-Flaschen optimal geschützt sind.

1. So sterilisieren Sie Baby-Fläschchen

Betreuen Sie Kinder unter einem Jahr in Ihrer Einrichtung, müssen Sie beachten, dass das Immunsystem Ihrer kleinsten Schützlinge noch sehr anfällig ist und Magen-Darm-Infektionen schnell einen schweren Verlauf nehmen können. Daher müssen Sie Fläschchen, die von Kindern unter einem Jahr benutzt werden, nach dem Gebrauch nicht nur sofort mit heißem Wasser und Spülmittel spülen, sondern auch sterilisieren.

Sinnvoll ist es, dass Sie hierfür einen entsprechenden Vaporisator oder Flaschen und Sauger anschaffen, die sich in der Mikrowelle sterilisieren lassen. Die Flaschen sollten nach der Sterilisation in einem speziellen keimfreien Aufbewahrungsbehälter gelagert werden. Eine Aufbewahrung im Küchenschrank o. Ä. ist nicht statthaft. Es muss sichergestellt werden, dass die Flaschen bis zur Wiederverwendung keimfrei aufbewahrt werden.

2. Sorgen Sie für Keimfreiheit mit der Spülmaschine

Alle anderen Fläschchen können Sie mit dem übrigen Geschirr in der Spülmaschine spülen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Flaschen mindestens bei 60 Grad gespült werden. Sonst besteht die Gefahr, dass Speisereste und Keime nicht nachhaltig beseitigt werden. Sehen Sie in der Gebrauchsanweisung Ihrer Spülmaschine nach, welches Programm Sie wählen müssen, um entsprechende Temperaturen zu erzielen.

Denn das erschließt sich häufig nicht mit dem Blick auf den Programmschalter. Nach der Reinigung in der Spülmaschine müssen die Flaschen auf Lebensmittelreste kontrolliert und trocken und geschützt aufbewahrt werden. Nicht zulässig ist es z. B., die Flaschen nachmittags in die Spülmaschine zu stellen und diese morgens auszuräumen. Denn über Nacht können sich hier zahlreiche Keime bilden.

3. Kontrollieren Sie alle Fläschchen regelmäßig

Außerdem sollten Sie Fläschchen und Sauger bei jedem Ausräumen der Spülmaschine und vor jedem Gebrauch kritisch unter die Lupe nehmen. Zeigen sich Risse oder sonstige Beschädigungen, müssen diese Fläschchen weggeworfen werden. Denn hier fühlen sich Bakterien besonders wohl und vermehren sich schnell.

Mein Rat: Achten Sie beim Umgang mit Fläschchen auf absolute Hygiene, auch wenn das viel Arbeit macht. Werden Kinder auf Grund mangelnder Hygiene krank, haben Sie – zu Recht – ernsthafte Probleme mit den Eltern und ggf. auch mit dem Träger. Daher sollten Sie das Thema „Fläschchen-Hygiene“ unbedingt von sich aus im Team ansprechen und darauf dringen, dass ein einheitlicher Standard für die Reinigung gefunden wird.


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