Erste Hilfe bei Verbrennungen in der Kita – das müssen Sie beachten


22.06.2020

„Sich die Finger verbrennen“ – das ist im sprichwörtlichen wie im übertragenen Sinne eine unangenehme Sache. Gerade Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen bei Kleinstkindern. Denn sie erkennen die Gefahr, die von heißen Gegenständen, Flüssigkeiten oder Feuer ausgeht, noch nicht. Zudem sind sie von Natur aus neugierig und möchten alles entdecken. Da bleibt der Griff an den heißen Wasserkocher oder auf die heiße Herdplatte nicht aus.

So reagieren Sie bei Verbrennungen in der Kita richtig

Sicherlich versuchen Sie, durch Vorsichtsmaßnahmen Verbrennungen oder Verbrühungen in Ihrer Kita oder Krippe zu verhindern. Wenn sich ein Kleinstkind aber dennoch Brandverletzungen zugezogen hat, sind die richtigen Erste-Hilfe- Maßnahmen entscheidend. Beachten Sie dafür die folgenden 8 Regeln im Umgang mit Brandverletzungen bei Kleinstkindern:

1. Ist das Kind mit offenem Feuer in Berührung gekommen, löschen Sie das Feuer mit einer dicken Decke umgehend! Wenn Sie einen Feuerlöscher verwenden, darf dieser keinesfalls in Richtung des Kindes gehalten werden. Denn dadurch könnten die Atemwege des Kindes geschädigt werden.

2. Lassen Sie bei Brandverletzungen die Kleidung des Kindes am Körper. Durch das Ausziehen des Kindes könnten Sie beim Entfernen der Kleidung auch Haut abziehen.

Wichtiger Hinweis: Anders als bei Verbrennungen müssen Sie bei Verbrühungen umgehend die Kleidung des Kindes – die in der Regel mit heißer Flüssigkeit getränkt ist – entfernen. Greifen Sie dabei beherzt zur Schere. Je schneller die heiße Kleidung von der Haut entfernt wird, umso besser! 3. Kühlen Sie die Brandverletzung sofort und ausschließlich mit Wasser. Bei kleineren Verbrennungen halten Sie z. B. die Hand des Kindes am Waschbecken mindestens 15 Minuten unter handwarmes Wasser.

4. Sind die Verbrennungen großflächig, müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Bis dieser eintrifft, duschen Sie das Kind mit lauwarmem Wasser ab.

Wichtiger Hinweis: Auch bei geringfügigen Verbrennungen oder Verbrühungen sollten Sie sofort die Eltern informieren. Diese können mit dem Kind dann den Arzt aufsuchen.

5. Decken Sie nach dem Kühlen die Brandwunden zuerst mit sterilen Kompressen ab. So verhindern Sie, dass sich das Kind über die Brandwunden mit Keimen infiziert.

6. Wickeln Sie das Kind bei großflächigen  Verbrennungen mit Rettungsfolie ein. Wichtig dabei: Die goldene Seite der Folie zeigt zum Kind. Damit verhindern Sie nach dem Kühlen das rapide Abkühlen der Körpertemperatur.

7. Verzichten Sie unbedingt auf Hausmittel, die sich angeblich bei Verbrennungen oder Verbrühungen bewährt haben: Geben Sie auf Brandwunden auf keinen Fall Mehl oder Salben. Berühren Sie Brandblasen nicht, und versuchen Sie, diese keinesfalls zu öffnen.

8. Geben Sie Kindern mit Brandverletzungen kein Essen und keine Getränke. Nahrungsaufnahme würde den Organismus zusätzlich belasten.

Vorsorge ist besser als Erste Hilfe! So beugen Sie vor

Damit es gar nicht erst zu Brandverletzungen bei Kleinstkindern kommt, sollten Sie einige Vorkehrungen treffen. In der Checkliste in unserem Gratis Bereich finden Sie die wichtigsten Präventionsmaßnahmen, um Kinder vor Verbrennungen und Verbrühungen zu schützen.


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