Läuse in der Kita: Erkennen, melden & Tipps für Erzieher


10.01.2023

Hat ein Kind in Ihrer Kita Läuse, dann ist schnelles Handeln gefragt. Je früher Sie reagieren, desto eher kann die Verbreitung gestoppt werden. Zwar sind Läuse nichts Bedrohliches – sie sind jedoch lästig, jucken und können dafür sorgen, dass in vielen Familien Eltern sämtliche Textilien waschen und reinigen müssen und ihre Kinder mehrmals mit einem Läusekamm und Läusemitteln behandeln müssen. 

Diesen Aufwand können Sie den Eltern und auch sich selbst ersparen, wenn Sie beim Entdecken von Läusen in der Kita die richtigen Schritte einleiten.

Welche Symptome hat ein Befall mit Kopfläusen?

Die Symptome, die auf Läuse hinweisen, sind:

  • Die Kopfhaut juckt
  • Es kitzelt und man hat das Gefühl, dass sich etwas im Haar oder auf dem Kopf bewegt
  • An den Bissstellen der Läuse bildet sich Schorf durchs Kratzen
  • Insbesondere nachts juckt der Kopf stark, wodurch der Schlaf gestört wird

Die Ursache für den Juckreiz liegt darin, dass Läuse beim Biss in die Kopfhaut etwas Speichel abgeben, der für Irritationen sorgt. Nicht bei jedem juckt dann auch tatsächlich der Kopf, aber es handelt sich um eines der häufigsten Symptome. Wenn Sie auf dem Kopf Ihres Kindes schorfige, entzündete Stellen bemerken, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.

Was sollte man über Kopfläuse wissen?

Kopfläuse werden als etwas unhygienisches wahrgenommen, dabei hat ein Befall mit ihnen nichts damit zu tun, wie häufig die Haare gewaschen werden. Sie ernähren sich von Blut und nicht von Schmutz, weshalb die Läuse jeden befallen können. 

Kopfläuse übertragen sich durch Körperkontakt. Es sind mehr Mädchen, die unter Kopfläusen leiden als Jungen, was daran liegen könnte, dass Mädchen im Schnitt mit etwas mehr Körperkontakt spielen und sich körperlich näher sind als Jungen.

Kopfläuse betreffen meist Kinder zwischen drei und zwölf Jahren. Experten schätzen, dass etwa 1-3 Prozent der Kinder in Deutschland betroffen sind. Insbesondere nach den Sommerferien steigen die Kopflausfälle meist stark an.

Da es nach der Eiablage von Läusen bis zu zehn Tage dauert, bis Larven schlüpfen und es dann wiederum etwa 17-22 Tage dauert, bis die Weibchen weitere Eier ablegen, vergehen häufig mindestens drei Wochen, bis ein Kopflausbefall überhaupt bemerkt wird. In dieser Zeit haben die kleinen Tierchen meist ausreichend Zeit, um sich zu verbreiten.

Wie erkennen Sie Läuse auf dem Kopf?

Die Läuse sind winzig und messen gerade einmal 3-4 mm. Sie sind rötlich, braun oder grau und haben sechs Beine. Die Eier aus denen sie schlüpfen, die sogenannten Nissen, sind gerade einmal 1 mm groß und weißlich. Sie kleben besonders gerne am Haaransatz, am Hinterkopf oder hinter den Ohren. 

Mit dem bloßen Auge sind die Nissen, aber auch die Läuse, zum Teil schwer zu erkennen. Der Haaransatz sollte daher mit einer Lupe abgesucht werden und ein spezieller Läusekamm bzw. Nissenkamm hilft dabei, den Verdacht auf Kopfläuse zu bestätigen. Dafür sollten die Haare erst mit einer Haarpflegespülung gewaschen werden, was sie leicht kämmbar macht, und anschließend werden die Haare mit dem Läusekamm Strähne für Strähne ausgekämmt. Dadurch lösen sich die Nissen und Läuse vom Kopf. Mit einem Pedikulozid, einem Anti-Läuse-Mittel, lässt sich der Kopflausbefall dann effektiv bekämpfen.

Läuse in der Kita: Welche Pflichten haben Kitaleitungen und Erzieher?

Haben Erzieher den Verdacht, dass ein Kind in der Kita Läuse hat, so müssen Sie die Kitaleitung informieren. Die Kitaleitung muss anschließend Maßnahmen treffen, die eine Weiterverbreitung der Läuse verhindern. Auch die anderen Eltern müssen informiert und darum gebeten werden, dass sie ihre Kinder untersuchen und versichern, dass ihre Kinder läusefrei sind, bevor sie sie wieder in die Kita schicken.

Erzieher dürfen Kinder nicht medizinisch untersuchen, weshalb sie bei einem Verdacht auf Kopflausbefall die Eltern bitten müssen, dies zu tun. Besteht ein Verdacht auf Läuse bei einem Kind oder bestätigt sich dieser Verdacht, darf das Kind die Kita nicht besuchen. Das Infektionsschutzgesetz sieht diese Regelung vor, an die sich Kitaleitung und Erzieher halten müssen. Erst wenn eine erfolgreiche Behandlung mit einem Läusemittel erfolgt ist, dürfen die Kinder wieder in die Kita kommen.

Bestätigt sich ein Fall von Kopfläusen in der Kindertageseinrichtung, so muss laut Infektionsschutzgesetz IfSG §34 das örtliche Gesundheitsamt darüber informiert werden. 

Grundsätzlich müssen Erzieher für den Fall, dass sie bei einem Kind Läuse entdecken, dieses umgehend nach Hause schicken. Kann jedoch keine Betreuung sichergestellt werden, darf das Kind im Kindergarten bleiben und sollte in dieser Zeit dann den anderen Kindern nicht zu nahe kommen und eine Kopfbedeckung tragen.

Wichtig: Entscheidend ist, dass Eltern und Kita-Mitarbeiter eng zusammenarbeiten, um den Läusebefall so gut wie möglich einzudämmen.

Was müssen Erzieher nach Läusen in der Kita alles reinigen?

Um sicherzugehen, dass keine Nissen oder Läuse in der Kita verbleiben und auf andere Kinder übergehen, sollten die Textilien in der Kita gründlich gewaschen werden, darunter:

  • Bettwäsche
  • Schlafsäcke
  • Weitere Schlafutensilien
  • Kleidung
  • Kuscheltiere aus den Gemeinschaftseinrichtungen

Bitten Sie auch die Reinigungsfirma der Kita darum, dass sie die Polstermöbel gründlich saugt sowie die Teppiche, falls vorhanden.

Textilien, die nicht waschbar sind, sollten für drei Tage in einem luftdicht verschlossenen Beutel aufbewahrt werden. Eine Übertragung über Gegenstände wie Türklinken oder Tische ist in der Regel nicht möglich. Dennoch schadet es nicht, die Kita gründlich zu reinigen.

Wann darf ein Kind nach Kopfläusen wieder zurück in die Kita?

Wurde die Behandlung mit einem Läusemittel ordnungsgemäß durchgeführt, kann das Kind schon am nächsten Tag wieder in den Kindergarten. Schließlich geht die Gefahr der Übertragung nur von lebenden Läusen aus und diese sterben durch das Mittel. Zwar müssen die Eltern in den Folgetagen den Kindern noch öfter die Haare auskämmen, um die abgestorbenen Läuse und Nissen zu entfernen – ansteckend sind sie aber nicht mehr. 

Die Einrichtung entscheidet selbst darüber, ob sie sich vor der Rückkehr der Kinder ein Attest aushändigen lässt, das bestätigt, dass der Läusebefall erfolgreich behandelt wurde. Auch eine schriftliche oder mündliche Bestätigung kann eingefordert werden.

Weisen Sie jedoch unbedingt darauf hin, dass die Eltern nach acht bis zehn Tagen eine Wiederholungsbehandlung durchführen müssen. 

Tipp: Das RKI hat auf Grundlage des IfSG einen Ratgeber herausgegeben, wie mit einem Läusebefall umgegangen werden sollte. Auch bei der BZgA gibt es eine kostenlose Broschüre. Erzieher und Kitaleitungen sollten sich diese durchlesen, für den Fall, dass es in der Kita zu Läusealarm kommt.

Fazit: So gehen Erzieher mit Läusen in der Kita um

Die Bekämpfung von Läusen in der Kita sollte so schnell wie möglich erfolgen. Kitamitarbeiter unterliegen Pflichten, wenn sie einen Kopflausbefall in der Kita haben, so müssen sie die Eltern informieren und den Fall an das örtliche Gesundheitsamt melden. Erst wenn das Kind behandelt wurde, darf es wieder in die Kita kommen, was in der Regel schon nach einem Tag der Fall ist. Um zu vermeiden, dass sich weitere Kinder anstecken, sollten alle Textilien gründlich gereinigt werden.


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