Notwendige Impfungen für Kita-Mitarbeiter


01.03.2017

Praxisbeispiel: Johanna Hausen arbeitet in der Kita „Hasengrube“ als Erzieherin.“ Sie lehnt jede Impfung gegen Infektionskrankheiten ab. Sie arbeitet allerdings in einer kommunalen Kita. Als in der Kita 2 Fälle von Mumps auftreten, meint sie, die Leitung sei verpflichtet, sie von der Arbeit freizustellen.

Rechtlicher Hintergrund

Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) sind alle Mitarbeiter verpflichtet, sich auf einen ausreichenden Immunschutz gegen die in dieser Verordnung genannten Krankheiten untersuchen zu lassen. Der Betriebsarzt ermittelt regelmäßig den so genannten Impfstatus und empfiehlt die notwendigen Impfungen. Eine Impfpflicht ergibt sich für die Mitarbeiterinnen aber nicht.

Was bedeutet das für Sie?

Als Leitung sollten Sie darauf achten, dass Ihr Träger diese Untersuchungen und Impfungen tatsächlich anbietet und Ihre Mitarbeiter diese auch wahrnehmen. Denn geimpfte Mitarbeiter garantieren Ihnen einen niedrigeren Krankenstand und weniger Ausfälle bei Schwangerschaften.

Frage: Muss ich Mitarbeitern, die nicht geimpft sind, von der Arbeit freistellen, wenn eine solche Krankheit in der Kita auftritt?

Antwort: Ein Mitarbeiter, der von Trägerseite auf die Impfmöglichkeiten hingewiesen wurde, darf frei entscheiden, ob er von dieser Möglichkeit Gebrauch macht oder nicht. Entscheidet er sich dagegen, muss er aber auch mit den Konsequenzen, also einer möglichen Infektion rechnen und kann nicht erwarten, dass er bei Krankheitsfällen einfach zu Hause bleiben darf.

Achtung! Etwas anderes ergibt sich aus § 28 Abs. 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) für den Fall, dass in Ihrer Kita Masern auftreten. Dann kann das Gesundheitsamt für nicht geimpfte Mitarbeiter ein Betretungsverbot verhängen.

Frage: Hat die Tatsache, dass eine Mitarbeiterin bewusst auf die Möglichkeit einer Impfung verzichtet hat, Konsequenzen, wenn sie schwanger wird und nicht arbeiten kann, z. B. auf die Fortzahlung des Gehalts während des Beschäftigungsverbots?

Antwort: Nein. Das Beschäftigungsverbot spricht bzw. empfiehlt der Btriebsarzt unabhängig davon, ob die Mitarbeiterin sich hätte impfen lassen können oder nicht. Grundlage ist die Tatsache, dass Mutter und ungeborenes Kind durch eine Infektion in Gefahr geraten könnten. Daher hat die Mitarbeiterin auch Anspruch auf Fortzahlung Ihres Gehalts während der Dauer des Beschäftigungsverbots.

Zum Trost: Ihr Träger bekommt diese Zahlungen im Zuge des so genannten U2-Verfahrens von der Krankenkasse der Mitarbeiterin vollständig wieder, was Ihre Chancen auf eine Ersatzkraft erhöht. Schließlich fallen keine doppelten Gehaltszahlungen an.

Frage: Muss der Betriebsarzt oder der Träger mich über den Impfstatus der Mitarbeiterin überhaupt informieren?

Antwort: Nein. Eigentlich brauchen Sie diese Information nicht, da sie für Ihren Alltag in der Kita keine Auswirkungen hat. Sie erhalten in der Regel nur die Information, dass die Fachkraft an der Untersuchung teilgenommen hat und dass sie über die empfohlenen Impfungen informiert wurde.

Frage: Wer muss die Impfungen bezahlen und welche Impfungen werden empfohlen?

Antwort: Entscheidet sich eine Fachkraft sich impfen zu lassen, muss Ihr Träger die Kosten hierfür übernehmen. Voraussetzung ist, dass der Betriebsarzt die Impfungen vornimmt und diese auch vom Gesetzgeber empfohlen wurden. Welche Impfungen das sind, können Sie der folgenden Übersicht entnehmen.

Empfohlene Impfungen

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Keuchhusten
  • Windpocken
  • Hepatitis A, wenn Mitarbeiter mit Ausscheidungen in Kontakt kommt
  • Hepatitis B, wenn Infektion eines Kindes in der Kita bekannt ist oder bei Arbeit mit behinderten Kindern

Fazit

Nicht geimpfte Mitarbeiter können wirklich zur Belastung werden. Rühren Sie daher als Leitung die Werbetrommel fürs Impfen.


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